1961 Aufstände gegen die portugiesische Kolonialmacht brechen in Angola aus. Zum ersten Mal wird in einem direkten Nachbarland Namibias der Prozess der Dekolonisierung in Gang gesetzt.
Die UNO Vollversammlung bezeichnet die Situation in SWA als eine potentielle Bedrohung des Weltfriedens und ersucht das UNO Permanente Komitee für Südwestafrika das Gebiet, mit oder ohne Zustimmung Südafrikas, zu besuchen. Südafrika verweigert jedoch dem Komitee die Einreise. Daraufhin besucht das Komitee eine Reihe von Afrikaländern und nimmt Berichte von Bittstellern entgegen. SWAPO und SWANU übergeben einen Katalog von Informationen über die wirkliche Lage der "schwarzen" Mehrheit in SWA. Aufgrund dieser Information wird das UNO Sonderkomitee für SWA geschaffen (UNO-Resolution 1702 (XVI)). Das Komitee besteht aus Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen: Brasilien, Mexico, Norwegen, Philippinen, Somalia und Togo.Der Name "Namibia" soll von Mburumba Kerina in New York zum ersten Mal gebraucht worden sein. (Siehe die "Mitteilung an den Leser" nach dem Vorwort).
Lucas Hifikepunye Pohamba von der SWAPO muss ins Exil gehen.
John Ya Otto wird SWAPOs amtierender Generalsekretär in Windhoek. Von 1961 bis 1966 ist er der Haupt-Parteiorganisator. In dieser Zeit benützt er, zusammen mit anderen SWAPO Führern, ein wenig ansehnliches Auto der Marke Ford, das im ganzen Land als Bluebird oder "SWAPOs Auto" bekannt ist.
Nach dem Aderlass bei der SWANU im Jahre 1960 wird John Muundjua amtierender Präsident, Gerson Veii amtierender Generalsekretär, Eb Kazapua ersetzt Louis Nelengani und alle Mitglieder des Herero Chiefs’ Council verlassen die SWANU. Der Bruch zwischen dem Herero Chiefs’ Council und der SWANU hat nicht nur den späteren Niedergang SWANUs zur Folge, sondern führt auch zu der politischen Isolierung eines großen Teiles der Ovahererogruppe vom Hauptstrom der nationalistischen Entwicklungen in Namibia. Letztlich führt dieser Prozess einen Teil der Ovaherero im Jahre 1975 in die Turnhalle-Konferenz und 1977 in die Demokratische Turnhallenallianz (DTA).
Die Hardap-Talsperre bei Mariental wird gebaut.
Die Südwestafrika Demokratische Union (SWADU) (South West African Democratic Union (SWADU)) wird als eine Dama-beeinflusste Organisation gegründet. Die SWADU widerspiegelt zusammen mit der DTEC Anti- Ovaherero Gefühle.
Die Kupfervorkommen bei der Matchless-Mine werden erneut untersucht und führen zur Produktionsaufnahme im Jahre 1970.
Oshakati wird in der Nähe der römisch-katholischen Missionsstation Okatana offiziell gegründet.
Otto Milk wird neuer Leiter des "schwarzen" ELC Theologischen Seminars, Paulinum, in Karibib. Er tritt die Nachfolge von Friedrich Pönninghaus an. 1962 ordnet die SWA Administration den zwangsweisen Umzug des Paulinums aus dem "weißen" Karibib
in das Bantustan-Reservat von Otjimbingwe an. Die Finnische Missionsgesellschaft sendet zwei Finnische Missionare, Rauha Voipio und Seppo Löity nach Otjimbingwe. Theo Sundermeier wird Milks Nachfolger im Jahre 1964. Das Paulinum publiziert zwei Gemeindeblätter, ||Gâu-sari-aob (Werftbesucher in der #Nu-Khoegowab-Sprache) und Omahungi ("Neuigkeiten" in Otjiherero). Anfang 1962 schmelzen die zwei Zeitungen in das Magazin "Immanuel", mit Afrikaans als dritter Sprache zusammen.
14.02. Südwestafrika bekommt eine neue Briefmarken-Dauerserie mit Motiven von Tieren, Pflanzen, Gebäuden, Ingenieursbauwerken, Denkmälern und Mineralien.
28.02. Die neue Eisenbahnlinie nördlich von Kranzberg wird vom südafrikanischen Verkehrsminister, Ben Schoeman, offiziell eröffnet.
23./31.03. Die All-African People’s Konferenz in Kairo verurteilt Südafrikas Apartheidspolitik in Südwestafrika und fordert den sofortigen Abzug der Südafrikaner und die Einführung verpflichtender Sanktionen aller afrikanischen Staaten gegen Südafrika.
31.05. Die Union von Südafrika wird die Republik Südafrika (RSA).
Die neue RSA Dezimal-Währung ist ein Rand = 100 Cents. Sie gilt unverändert in SWA.
Juni
In Windhoek wird der neu angelegte Güterbahnhof mit modernen Werkstätten für die Überholung und die Reparatur von Diesellokomotiven fertiggestellt.
Juli Maul- und Klauenseuche bricht im Lande aus.
14.09. Das SWA Exekutivkomitee beschließt den Bau eines neuen Rastlagers im Nationalpark Etoscha. Es bekommt den Namen Halali. Es wird im Jahre 1966 fertiggestellt.
27.10. Das UNO Sonderkomitee für SWA veröffentlicht einen Bericht, der die Unabhängigkeit des Gebietes und die Entwaffnung aller "Weißen" fordert.
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