1966 Die SWALA wird in die Namibische Volks-Befreiungsarmee (NAPLA)(Namibian People's Liberation Army (NAPLA)) umbenannt.
Der Name Namibia wird Mburumba Kerina zugeschrieben. Kerina gebrauchte auf einer Exilanten-Konferenz am 06.06.1963 den Namen "Republik Namib". SWAPOs publizistisches Zentralorgan in Dar-Es-Salaam wurde noch 1965 Namib today genannt und erst 1968 in Namibia today geändert.
Die Uniao das Populacoes de Angola tritt der National Union for the Total Independence of Angola (UNITA) in Angola bei.
Die Südwestafrika Nationale Vereinigte Front (SWANUF)(South West Africa National United Front (SWANUF)) bildet sich als Versuch, die NUDO und SWANU zu verschmelzen. Die Initiatoren sind Mburumba Kerina und Veine Mbaeva. Die Front löst sich in den späten 1970igern auf.
Von mehr als 60 000 km proklamierten Straßen in Namibia (Fern-, Haupt -, Distrikt- und Farmstraßen) sind 960 km asphaltiert.
Die Klein-Aub-Mine wird von der Klein Aub Copper Maatskapy eröffnet. Sie produziert bis 1987 und muss dann wegen der gefallenen Kupferpreise schließen.
Falconbridge Exploration (Pty) Ltd. kauft die Oamites Mine.
Die Evangelische Lutherische Kirche von SWA (ELC) bekommt keine Genehmigung, eine "schwarze" Oberschule im "weißen" Karibib zu bauen. Die südafrikanische Regierung gibt stattdessen ihre Einwilligung, eine solche Schule im Damara-Bantustan nahe der "weißen" Farm Okombahe zu gründen. Die Erlaubnis ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass die Schule im "schwarzen" Okombahe-Reservat gebaut werden müsse, und die "weißen" ELC-Lehrer auf der anderen Seite des Grenzzaunes auf der Farm Okombahe zu leben hätten. Die Martin-Luther- Oberschule Okombahe wird 1968 fertiggestellt. Der erste Schuldirektor ist Gottfried Tötemeyer. Einer der Lehrer ist Joshua Hoebeb, der später eine große Rolle im Unabhängigkeitskampf spielt.
Januar Während der Afro-Asian-Latin American People’s Solidarity Conference in Havanna spricht der SWANU-Präsident Kozonguizi über "fragwürdige Entwicklungshilfe von Fremdquellen", über die "Notwendigkeit ideologischer Reinheit" und die "Unabhängigkeit von imperialistischen Einflüssen". Diese Kritik führt dann 1968 zu SWANUs Ausschluss aus der OAU. Sie führt letztlich dann 1973 auch zu dem Beschluss der Vollversammlung der Vereinten Nationen, die SWAPO als die "alleinige authentische Vertretung des namibischen Volkes" anzuerkennen.
John Otto Nankudhu von der Namibischen Volks-Befreiungsarmee (NAPLA) (Namibian People's Liberation Army (NAPLA)) mobilisiert mit Kommandeuren wie Simeon Shixungileni, Victory Namuandi, Patrick Iyambo, Nelson Kavela und James Hamukuaja ein Treffen in Ontamanzi im Ongandjeragebiet.
März In Ontamanzi entsteht das erste militärische Ausbildungslager mit dem Namen "Ondaadhi (Aufklärung)". Die ersten Auszubildenden sind Eliazer Tuhadeleni (Kaxumba kaNdola), Immanuel Shifidi, Festus Heita, Johannes Musheko, Paulus Shikolalje, Simeon Namunganga Hamulemo, Henok Jacob (Malila), Festus Nanjolo, Kornelius Shelungu, Thomas Haimbodi, Isak Shoome und Festus Muaala. Um der Gefahr der Entdeckung durch die Südafrikaner zu entgehen, verschiebt NAPLA ihr Lager von Ondaadhi nach Uuvudhija im Grenzgebiet zwischen dem Uukwambi- und dem Ongandjeragebiet. Das Lager bekommt den Namen "Oondjokwe".
20.03. Sam Nujoma und Hifikepunye Pohamba kehren auf dem Luftwege nach Namibia zurück, um herauszufinden, in wieweit die Legalität des Internationalen Gerichtshofes in bezug auf den Mandatsstatus des Gebietes durch Südafrika respektiert wird. Beide werden nach kurzer Haft in Windhoek von der südafrikanischen Polizei nach Zambia deportiert.
Juni Die NAPLA-Gruppe aus Oondjokwe zieht nach Omugulu-gOmbashe (Otjiherero: Bein einer Giraffe) nordwestlich von Tsandi im westlichen Ovamboland und legt dort Verteidigungsanlagen an. Von Omugulu-gOmbashe aus knüpft Shikalepo Iileka Verbindungen mit Widerstandsgruppen im Kaokoveld an.
Eine weitere NAPLA-Gruppe unter dem Befehl von Kalep Tjipahura verlässt Tanzania. Vize-Kommandant ist Rudolf Kadhikwa. Andere NAPLA-Soldaten sind S. Kakwambi, J. Haiduua, Betuel Nunjango, Thomas Haimbodi, Abel Haluteni, P. Hamalua Ndadi, Simeon Ipinge Iputa und Eliader Muatale. Muatale fällt später durch eine kombinierte Aktion der SA und portugiesischer Truppen. Ndadi kommt während des Überganges über den Kwandofluss um. Ipinge Iputa muss wegen Erschöpfung nach Zambia zurückkehren. Mit vielen Problemen gelingt es ihnen, den Okavango zwischen Shakawe und Maun in Botswana zu queren. Am Ende erreichen die Überlebenden das Ovamboland.
Juli Der Administrator für SWA, Wentzel Christoffel du Plessis, eröffnet das neue "Eingeborenen-Hospital" in Oshakati.
18.07. Liberias und Äthiopiens Gerichtssache vor dem Internationalen Gerichtshof (revidiert 1965, um nun auch den Odendaal-Plan und die Verletzung der Menschenrechte in SWA einzuschließen) wird vom Internationalen Gerichtshof abgewiesen. Als Grund für das Urteil wird angegeben, dass die beiden Länder keine formelle Rechtsgrundlage für die Klage hätten. Es wird allerdings in dem Gerichtsurteil ausdrücklich auf die Menschenrechtsverletzungen der Südafrikaner in Namibia hingewiesen. Es wird weiterhin festgestellt, dass die Vereinten Nationen die korrekte Körperschaft sei, sich mit dem Antrag der beiden Klägernationen zu befassen. Die südafrikanische Regierung feiert das Gerichtsurteil als einen wichtigen politischen und legalistischen Sieg. Die entscheidende Stimme zugunsten Südafrikas wird vom Präsidenten des Gerichtshofes Percy Spender abgegeben. Das Gerichtsurteil zerstört die Hoffnungen des namibischen Volkes auf eine friedliche Beendigung der südafrikanischen Besetzung.
13.08. Die neue Asphaltstraße von Windhoek ist bis Rössing fertiggestellt und schließt dort an die Salz-Kiesstraße nach Swakopmund an.
26.08.



Es kommt zur ersten militärischen Konfrontation zwischen der Namibischen Volks-Befreiungsarmee (NAPLA) und südafrikanischen Truppen in Omugulu-gOmbashe. Vorher hatten NAPLA-Soldaten ein Trainingslager unter dem Befehl von John Otto Nankudhu in Omugulu-gOmbashe eingerichtet. Das geschah nach SWAPOs Erklärung über die Aufnahme des bewaffneten Kampfes für die Befreiung Namibias, nachdem die ersten NAPLA-Soldaten in Ägypten ausgebildet worden waren. Inzwischen war eine weitere Gruppe unter dem Befehl von Leonard Phillemon Shuuya (Castro) im Kavango von den Südafrikanern festgenommen worden. Als einziger kann Julius Israel Shilongo (Kashuku) entkommen und von den Vorfällen berichten. Er versteckt sich im Hause von Erastus Mbumba. Phillemon wird von den Südafrikanern umgedreht und nimmt am Kampf gegen NAPLA teil. Die NAPLA-Truppe wird von der weit überlegenen Feuerkraft der Südafrikaner überrannt. Viele der NAPLA-Soldaten werden getötet, verwundet oder werden gefangen genommen. Eliazer Tuhadeleni (Kaxumba kaNdola) kann entkommen. Er wird erst im März 1967 in Okaloko nahe Ondangwa verhaftet.

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Das Omugulu-gOmbashe-Denkmal erinnert an den Beginn des bewaffneten Kampfes gegen die südafrikanische Kolonialherrschaft am 26. August 1966 (nordwestlich von Tsandi in der Omusati-Region)
Copyright of Photos: Dr. Klaus Dierks

07.09. Nach Beginn des bewaffneten Kampfes der SWAPO werden Andimba Toivo Ya Toivo, SWAPOs Sekretär in Ondangwa, und 44 weitere prominente SWAPO-Mitglieder verhaftet und vor Gericht gestellt.

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Andimba Toivo Ya Toivo: SWAPO-Führer: August 2003
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

Die meisten kommen später nach Robben Island (Terrorismus-Prozess: Der Staat gegen Tuhadeleni und andere). Einige der Verhafteten werden ohne Gerichtsurteil mehr als ein Jahr, bis zur Rechtskräftigkeit des Terrorismus-Gesetzes, Nr. 83 von 1967, festgehalten. Das Gesetz bekommt rückwirkende Kraft ab 27.06.1962. Unter den verhafteten SWAPO-Mitgliedern, die im Dezember verhaftet werden, befinden sich Immanuel Gottlieb "Maxuilili" Nathaniel, der bis 1985 unter Hausarrest gestellt wird, Eliazer Tuhadeleni, Axel Johannes, Jason Daniel Mutumbulwa und John Ya Otto. Ya Otto wird in Pretoria festgehalten, wo er wiederholt gefoltert und in Einzelhaft gehalten wird (in einer Zelle, die vorher von Walter Sisulu und Govan Mbeki, Vater von Thabo Mbeki, vom südafrikanischen ANC, belegt war). Selbst Sam Nujomas 70 jähriger Vater, Daniel Utoni Nujoma, dessen einziges "Verbrechen" darin besteht, dass er Sam Nujomas Vater ist, wird im Okahao-Krankenhaus verhaftet, nach Pretoria ins Gefängnis gebracht und lange Zeit dort festgehalten. Dort entwickelt er Tuberkulose, an der er später stirbt.

13.09. Nach dem Mord am südafrikanischen Premierminister Verwoerd im südafrikanischen Parlament am 06.09. wird Balthasar John Vorster, ein Mann mit faschistischer Vergangenheit durch seine Verbindung zur Ossewabrandwag, sein Nachfolger. Auf der einen Seite fördert er den Aufbau des Apartheid-Systems in SWA, auf der anderen Seite sucht er einen gewissen Ausgleich mit unabhängigen Staaten in Schwarz-Afrika.
27.09. NAPLA greift die Grenzstation von Oshikango an der Grenze mit Angola an. Die südafrikanische Polizeistation und administrative Gebäude werden dabei zerstört. Nach dem Angriff zieht sich die NAPLA-Gruppe nach Iiti jee Holo und später nach Okalonga ka Nepaya, südlich von Ongwediva zurück.
27.10. Die UNO Vollversammlung erklärt, dass Südafrikas Mandatsregierung über SWA beendet sei. UNO Resolution 2145 unterstellt Namibia der direkten Verantwortung der Vereinten Nationen. Das Recht auf Nationalstaatlichkeit und Unabhängigkeit wird ausdrücklich befestigt. Diese Resolution führt zur Anstellung eines neuen UNO Ad-Hoc-Komitees für Südwestafrika, das dann im Mai 1967 die Bildung des UNO-Rates für Südwestafrika zur Folge hat.
November Fünf verschiedene NAPLA-Gruppen befinden sich innerhalb Namibias und werden im Ost-Caprivi, im Kavango und im Ovamboland eingesetzt.
16.11. Der NAPLA-Führer John Otto Nankudhu wird von den Südafrikanern bei Ohakueenjanga gefangen genommen. Der Kommandeur Patrick Iyambo (Lungada) setzt dagegen den Kampf innerhalb Namibias bis 1974 fort, als es ihm gelingt über Angola nach Zambia zu entkommen.
04.12. Gerson Veii, Vize-Präsident von SWANLIF, wird nach einer Ansprache auf dem "Freedom Square" in der "Alten Werft" in Windhoek während einer Protestdemonstration gegen die Inhaftierung von SWAPO-Mitgliedern nach dem Omugulu-gOmbashe-Angriff verhaftet. Veii ist der erste Namibier, der nach dem südafrikanischen Sabotage-Gesetz Nr. 76 von 1962 (Geändertes Sabotage Gesetz Nr. 62 von 1966) verurteilt wird. Er verbringt ein Jahr Einzelhaft in Pretoria und fünf Jahre auf Robben Island. Er wird 1972 entlassen. Veii wird von Bryan O’Linn, der in Folge viele Namibier wie John Pandeni, John Ya Otto, Johannes Nangutuuala, Victor Nkandi und Axel Johannes vertritt, verteidigt.

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Gerson Veii: SWANU-Führer: August 2003
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

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[Inhaltsverzeichnis]

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