1979 Die Nama-Allianz nennt sich die Demokratische Turnhallepartei (DTP).
Die Befreite Demokratische Partei (LDP)(Liberated Democratic Party (LDP)/Rehoboth Befreiungsfront (LF)(Rehoboth Liberation Front (LF))-Koalition (LDP/LF-Koalition) bildet sich als ein Zusammenschluss zwischen der Rehoboth Demokratischen Partei und der Rehoboth Befreiungsfront (LF). Im Jahre 1988 bildet die LDP/LF eine Allianz mit der Föderalen Konvention von Namibia (FCN)(Federal Convention of Namibia (FCN)). Diergaardt wird der erste Präsident der LDP/LF.
Hifikepunye Pohamba wird SWAPOs Operationschef in Luanda.
John Ya Otto geht von Zambia nach Luanda. Er wird der Herausgeber der Zeitung The Namibian Worker.
Axel Johannes verlässt nach vielen Haft- und Folterjahren Namibia.
Gertrud "Rikumbi" Rikumbirua Kandanga wird verhaftet und ohne Gerichtsurteil festgehalten.
Mehr und mehr Zivilisten geraten zwischen die Fronten zwischen den Südafrikanern und SWAPOs PLAN. Zwei Fälle mögen als Beispiel dienen. In beiden Fällen werden Zivilisten nach dem Terrorismus-Gesetz, Nr. 83 von 1967, vor Gericht gestellt, da sie "Terroristen" Hilfe gewährt hätten. Der eine ist ein Evangelist der Evangelisch-Lutherischen Ovambo-Kavango-Kirche, Imene. Der andere ist ein Geschäftsmann im Ovamboland, Alfeus.
Die Nord Mining and Exploration beginnt mit dem Abbau der neuen Wolframvorkommen bei der Kranzberg-Mine (bis 1980).
13./22.01. Der UNO-Sondervertreter für Namibia Martti Ahtisaari besucht wiederum Namibia und Südafrika, um den UNO-Unabhängigkeitsplan aufgrund der UNO SR Resolution 435 zu besprechen.
Der UNO- Generalsekretär Kurt Waldheim legt den 15.03.1979 als Waffenstillstandsdatum an der Namibia-Angolagrenze fest. Südafrika lehnt das Datum ab. Südafrika besteht auf dem ursprünglichen Einigungsvorschlag vom 25.04.1978, welcher festlegt, dass PLAN ohne ihre Waffen durch vorher festgelegte Einlasspunkte nach Namibia kommen müsse, um friedlich und frei an den Unabhängigkeitswahlen teilzunehmen.
13.02. PLAN greift eine südafrikanische Wehrmachtsbasis in Okongo östlich von Eenhana im Ohangwenagebiet an.
26.02. Der UNO-Bericht S/13120 umreißt die Vorkehrungen für die Rückkehr der Exilanten nach Namibia, die Beschränkungen und Überwachung der südafrikanischen- und der PLAN-Militärkräfte sowie für den Rückzug der südafrikanischen Truppen aus Namibia. Weiterhin wird die Zusammensetzung der UNTAG festgelegt.
Nachdem die SWA/Namibia Verfassungsgebende Versammlung den Waldheim-Plan abgelehnt hat, schlägt sie der südafrikanischen Regierung die Bildung einer National-Versammlung (NV) mit gesetzgebenden und ausführenden Befugnissen vor. Das Parlament soll aus 50 Mitgliedern der Verfassungsgebenden Versammlung bestehen.
Anfang März Südafrika unternimmt Boden- und Luftangriffe gegen SWAPO-Basen im südlichen Angola.
19.03. Gespräche (Proximity Talks) über die Durchführung des Unabhängigkeitsplanes aufgrund der UNO SR Resolution 435 finden mit allen beteiligten Parteien, einschließlich der afrikanischen Frontlinienstaaten, in New York statt. Die Gespräche enden ergebnislos.
April Vierzig SWAPO-Führer werden in Namibia verhaftet.
27.04. Daraufhin schließt SWAPO alle Parteibüros im Lande.
28.04. Der Tswana-Führer, Kgosi-kgolo (tradtitoneller Titel) Constance Letang Kgosiemang, wird als traditioneller Gruppenleiter der Tswana-Gemeinschaft in Gobabis vereidigt.
01.05. Der Südwestafrikanische Rundfunk (SWAR) (South West African Broadcasting Corporation (SWABC)) beginnt aufgrund von Proklamation A-G 16 mit Sendungen in verschiedenen Landessprachen. Ein Afrikaans-Dienst beginnt im September.
02.05. Die DTA stellt in der Verfassunggebenden Versammlung den Antrag, eine National-Versammlung (NV) aus 50 Mitgliedern der Verfassungsgebenden Versammlung zu schaffen.
04.05. Aufgrund der südafrikanischen Proklamation Nr. 85 von 1979 wird ein Öffentlicher Fonds für Zentrale Staatseinnahmen für SWA geschaffen.
14.05. Die Proklamation AG 21 (1979) legt die Grundlage für die Schaffung der internen National-Versammlung (NV).
21.05. Die NV wird formell und mit südafrikanischem Zeremoniell in Windhoek eröffnet. Von Anfang an versuchen die DTA und der von Südafrika angestellte Generaladministrator, die NNF und die SWAPO-D zu überreden, der NV beizutreten. Das wird von beiden Parteien abgelehnt, da "sie nicht Teil eines südafrikanischen neo-kolonialen Plots gegen das Volk von Namibia" sein wollen. Eine der NNF-Mitgliederparteien, die FP von Bryan O'Linn, bricht mit der NNF, um der NV beizutreten, entscheidet sich jedoch später dagegen. Als die NV ein Gesetz vorlegt, die Rassendiskriminierungen abzuschaffen, bezweifelt die AKTUR die Rechtmäßigkeit der NV.
23.05. Wegen der illegalen Konstituierung der NV in Namibia wird die südafrikanische Delegation bei den Vereinten Nationen von den Verhandlungen in der UNO Vollversammlung ausgeschlossen. Sam Nujoma gibt eine Erklärung vor der Vollversammlung ab.
27.05. Der Römisch-Katholische Bischof Rudolf Koppmann wendet sich gegen SWAPO und verurteilt auch den Rat der Kirchen in Namibia (CCN)(Council of Churches in Namibia (CCN)) als "zu politisch und zu SWAPO-freundlich".
31.05. Die UNO Vollversammlung gibt SWAPO ihre uneingeschränkte Unterstützung, einschließlich militärischer Hilfe. Die NV wird abgelehnt.
Juni Koevoet (Kuhfuß) wird als eine "Anti-Terroristen-Einheit" von General Hans Dreyer von der südafrikanischen Sicherheitspolizei gegründet. Diese berüchtigte Militäreinheit ist für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in Namibia verantwortlich. An der Spitze stehen Veteranen des rhodesischen Krieges wie die Obersten Eugen de Kock und Eric Winter, die Hauptmänner Sakkie van Zyl und Beachball Vorster, Leutnant Frans Conradie und Unteroffizier Sakkies Greyling.
08.06. Dirk Mudge legt in der NV einen Gesetzentwurf zur Abschaffung von Rassendiskriminierungen vor.
13.06. Die Nederduitse Gereformeerde Kerk in Südwestafrika legt Protest gegen den Gesetzesentwurf zur Abschaffung von Rassendiskriminierungen ein.
26.06. Nach einer Reihe von "weißen" gewalttätigen Protestdemonstrationen gegen den Gesetzesentwurf wird eine Bombe in die Freimaurerloge in Windhoek geworfen, die John Rees tötet.
29.06. Gegen den Widerstand der AKTUR wird der Gesetzentwurf zur Abschaffung von Rassendiskriminierungen von der NV angenommen. Andrew Kloppers verlässt daraufhin die AKTUR unter Protest. Mit schrittweiser Abschaffung von Rassendiskriminierung baut sich der Ärger bei vielen namibischen "Weißen" auf. Verschiedene Widerstandsgruppen wie BLANKSWA (Weißes SWA), Wit Weerstandsbeweging (Weiße Widerstandsbewegung), die SWA Vroue (SWA-Frauen) und die Eenheidsfront (Einheitsfront) bilden sich. Das Antidiskriminierungsgesetz schwächt nicht nur die politische Position von Dirk Mudge und seiner RP, sondern führt auch zur Abberufung des liberalen Generaladministrators Steyn.
07.08. Marthinus Theunis Steyn verlässt Namibia. Nachfolger wird Gerrit N. Viljoen, Rektor der Randse Afrikaanse Universiteit in Johannesburg und Führer des südafrikanischen Broederbondes.
11./23.08. James Murray, ein Vertreter der westlichen Kontaktgruppe, besucht Südafrika und überbringt neue Vorschläge von Angolas Präsident Agostinho Neto. Es soll eine demilitarisierte Zone (DMZ) entlang der namibisch-angolanischen Grenze geschaffen werden, die von den Vereinten Nationen überwacht wird. Dieser Vorschlag soll den toten Punkt, der durch SWAPOs Forderung auf militärische Basen innerhalb Namibias entstanden ist, brechen. Südafrika lehnt den Vorschlag einer DMZ ab, weil damit Südafrikas Unterstützung der UNITA, die die angolanische MPLA-Regierung und SWAPO im südlichen Angola bekämpft, behindert würde.
10.09. Agostinho Neto, Angolas erster Präsident, stirbt unter ungeklärten Umständen in Moskau. Sein Nachfolger ist José Eduardo dos Santos.
01.10. Der Südwestafrikanische Rundfunk (SWAR) gründet das Deutsche Hörfunkprogramm (DHFP). Einen Monat später folgt ein englisches Programm, das bis 1982 den gleichen Sender wie das Deutsche Hörfunkprogramm (DHFP) benutzt. Erst 1983 bekommen beide Programme ihre eigenen Kanäle. 1981 wird Radio Tswana (später Tirelo ya Setswana) eingerichtet.
02.10. Südafrika eröffnet ein Zweigbüro der SA Kommission für den Öffentlichen Dienst in Windhoek, das Zentrale Personalinstitut (Central Personnel Institution), um ein unabhängiges namibisches Beamtencorps zu schaffen. Verschiedene Regierungsabteilungen, die jetzt Direktorate genannt werden, werden von Pretoria zurück nach Windhoek übertragen. Ausnahmen sind die Südafrikanische Polizei (SAP), die Südafrikanischen Verteidigungskräfte (SADF), die Staatssicherheit, Auswärtiges, Zölle und die Südafrikanische Eisenbahn- und Hafenbehörde.
29.10. Südafrikanische Truppen greifen Süd-Angola an und zerstören Teile der Eisenbahnlinie von Lubango nach Namibe sowie die Straßenbrücke über den Kunene in Xangongo und weitere Straßenbrücken zwischen Ondjiva und Lubango.
02.11. Der UNO Sicherheitsrat verurteilt Südafrikas Angriff auf Angola (UNO SR Resolution 454).
06.11. Der UNO-Generalsekretär Waldheim schickt eine Einladung an die südafrikanische Regierung, die fünf Westmächte, die afrikanischen Frontlinienstaaten und an SWAPO, um an einer Konferenz in Genf über die DMZ-Vorschläge teilzunehmen.
12./17.11. Die All-Parteien-Konferenz über eine demilitarisierte Zone (DMZ) entlang der namibisch-angolanischen Grenze findet unter dem Vorsitz von Brian Urquhart in Genf statt. Südafrika nimmt nicht an der Konferenz teil. Sam Nujoma und einige interne namibische Parteien wie die DTA, die NNF, die FP, SWAPO-D, die Liberale Partei und die NCDP, mit einem Beobachter der AKTUR, nehmen an der Konferenz teil.
20.11. Der UNO-Bericht S/13634 hält immer noch SA-Beschwerden gegen den UNO-Bericht S/13120 fest.
28.11. Übereinkunft über die Gewaltenteilung zwischen den drei Regierungsebenen, zentral, regional und lokal, wird zwischen der DTA und AKTUR erzielt. Daraufhin ersucht der Generaladministrator die NV, second tier authorities mit ausgedehnten gesetzgeberischen- und Exekutivgewalten ins Leben zu rufen. Regierungsfunktionen, die nicht ausdrücklich genannt werden, werden Funktionen der NV und des Ausführenden Rates des Generaladministrators.
Mitte Dezember Die UNO Vollversammlung bestätigt wiederum SWAPO als "die einzige und authentische Vertretung des namibischen Volkes". Südafrika wird für die Behinderung des UNO-Unabhängigkeitsplanes verurteilt. Die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen werden aufgerufen, den "bewaffneten Kampf der SWAPO" zu unterstützen.

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G. Viljoen (neuer General-Administrator für SWA) auf einer Pressekonferenz: August 1979
Namibia State Archive

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