1984 Die KAP wird in National-Demokratische Einheitspartei (NDUP)(National Democratic Unity Party (NDUP)) umbenannt und formt eine Allianz mit der DTA. Präsident ist Alfons Majavero.
Hendrik Witbooi wird zum Vizepräsidenten von SWAPO ernannt.
Barney Barnes verliert den Vorsitz in der LP. Dawid Bezuidenhout wird sein Nachfolger. Die LP schließt sich der MPC an. Die LP wird u.a. durch Bezuidenhout, Harry Boysen und "Dino" Mohammed Stuart in der MPC repräsentiert. Reggie Diergaardt wird der Generalsekretär der LP.
Die NUDO-PP schließt sich der NNDC an.
Justus ||Garoëb erklärt seine Unterstützung für SWAPO.
Die Navachab-Goldvorkommen bei Karibib werden entdeckt. Probebohrungen beginnen 1985. Die Erongo Mining and Exploration Company Ltd. beginnt mit der Goldförderung im Jahre 1989.
Januar Mit einigen Einschränkungen stimmt Angola den südafrikanischen Truppenabzugsplänen zu.
06.01. Sam Nujoma schreibt einen Brief an den UNO-Generalsekretär Javier Péres de Cuéllar, in dem er ihm vorschlägt, ein Waffenstillstandsabkommen zwischen der SWAPO und Südafrika zu initiieren.
Februar Südafrika beginnt, seine Truppen aus Angola abzuziehen.
06.02. Südafrika unterzeichnet einen Vertrag mit Angola über den Truppenabzug aus Angola (als erste Aufgabe müssen die Festungen in Xangongo und Ondjiva geräumt werden) und die Überwachung der Grenze zwischen Namibia und Angola. Der Vertrag wurde durch den zambischen Präsidenten Kenneth Kaunda arrangiert. Das Lusaka-Abkommen zwischen den USA, Südafrika und Angola soll durch eine Joint Monitoring Commission (JMC), die aus SA und Angola besteht, überwacht werden.
09.02. Der südafrikanische Außenminister Pik Botha erklärt in Kapstadt, dass der Waffenstillstand zwischen Angola und SA in Kraft getreten sei.
18.02. Der deutsche Außenminister Hans Dietrich Genscher trifft SWAPO-Präsident Sam Nujoma in Paris.
24.02. Die Parteiführer der internen Parteien in der MPC verfassen die "Windhoek-Erklärung der Grundsatzprinzipien", die später zur Übergangsregierung der nationalen Einheit (TGNU) (Transitional Government of National Unity (TGNU)) führt.
Die SWANU spaltet sich in die SWANU-MPC (Führer: Moses Katjiuongua) und die SWANU-Progressive (SWANU-P)(Präsident: Vekuui Rukoro). SWANU-P sieht sich als den gesetzmäßigen Erben der SWANU von 1959 an und nimmt eine anti-kapitalistische Haltung ein. Zu den Parteiführern gehören Nora Schimming-Chase und Gerson Hitjevi Veii. Die SWANU-MPC formt später ein Parteienbündnis mit der National-Patriotischen Front (NPF) und die SWANU-P mit der Namibia Nationalen Front (NNF).
27.02.
Chester A. Crocker, amerikanischer Afrikaexperte, führt Gespräche mit dem südafrikanischen Premierminister und dem Generaladministrator, Willie van Niekerk, über das Waffenstillstandsabkommen zwischen SA und Angola.
01.03. Andimba Toivo Ya Toivo wird aus der Haft auf Robben Island entlassen. Nach kurzem Aufenthalt in Namibia reist er nach Lusaka (zusammen mit Hendrik Witbooi, Danny Tjongarero, Niko Bessinger und Crispin Matongo). Andere politische Häftlinge der Südafrikaner folgen.
Erik Binga kämpft für sein Recht auf Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen.
15.04. Zwei US-Diplomaten Denis Keogh und Ken Crabtree werden durch eine Bombenexplosion in Oshakati getötet.
11./13.05. SWAPO, der Generaladministrator und Vertreter verschiedener politischer Parteien und Gruppen treffen sich auf Einladung von Kenneth Kaunda, Präsident von Zambia, in Lusaka. Die Gespräche führen zu keinem Ergebnis. Der Hauptgrund dafür ist, dass die MPC kein Mandat von Südafrika hat, irgendein Abkommen zu unterzeichnen.
Der Führer der MPC-Delegation ist Moses Katjiuongua. Die MPC- Delegation schließt die SWAPO-Demokraten (SWAPO-D) unter Andreas Shipanga mit ein. Auf der SWAPO-Seite befindet sich Justus 5Garoëbs Damara-Rat, dessen Partei 1981 die ethnischen Wahlen nach der Interims-Verfassung AG-8 von 1980 gewonnen hatte. Das ist eine Überraschung, da bisher der Damara-Rat als Mitglied der MPC angesehen wurde. SWANU-Progressive (SWANU-P)-Mitglieder Vekuui Rukoro und Nora Schimming-Chase nehmen ebenfalls auf der SWAPO-Seite teil. Anton Lubowski tritt in Lusaka der SWAPO bei. Weiterhin nehmen Vertreter der NUDO-Progressive Party (NUDO-PP), des Mbanderu-Rates und der NIP auf der SWAPO-Seite teil.
Auch die IG nimmt an den Gesprächen in Lusaka teil. Obwohl die IG ähnliche Gespräche mit SWAPO in Genf (Januar 1981), Paris (1982) und Harare (1983) führte, lehnt die übergroße Mehrheit der IG-Mitglieder und der deutschsprachigen Gemeinschaft in Namibia irgendwelche Kontakte mit der SWAPO-Partei ab. Selbst die IG-Führung kann die Realität einer SWAPO-geführten unabhängigen Republik Namibia nicht annehmen. Die einzige Ausnahme ist das IG-Mitglied, Klaus Dierks, der der SWAPO-Partei 1982 beigetreten war. Er wird 1990 das einzige ehemalige prominente IG-Mitglied (er schied aus dem IG-Hauptvorstand am 24.08.1981 aus, und er verlässt die IG 1985), der als SWAPO-Mitglied in das erste Parlament der unabhängigen Republik Namibia einzieht und auch eine ministerielle Position im ersten Kabinett erhält.
Mai-Juni P. W. Botha benützt eine offizielle Europareise (29.05.-12.06.), um die südafrikanische Politik zu vertreten und die Bedingungen für einen Rückzug Südafrikas aus Namibia zu erläutern. Zur gleichen Zeit werden SWAPO-Mitglieder, die an einem Treffen in Döbra teilnehmen, verhaftet.
Nach offiziellen Statistiken sind 30 000 bis 80 000 Personen, das sind ca. 15% bis 40% des Arbeitskräftepotentials, in Namibia arbeitslos.
01.06. David Frederiks wird der Führer der Bethanien-Nama.
24.06. Das Kraftwerk in Ondangwa wird sabotiert.
25.07. Der SWAPO-Präsident Nujoma und der Generaladministrator Willie van Niekerk treffen sich auf Kap Verde. Die Gespräche enden ergebnislos.
September Konrad Lilienthal gründet als liberales Gegengewicht gegen die konservative Allgemeine Zeitung (AZ) die Namibia Nachrichten (NN).
Oktober Es kommt zu einem Schusswechsel zwischen Soldaten Südafrikas und Botswanas im südlichen Arm des Chobe bei der Insel Kasikili. Der Zwischenfall führt später (Dezember 1984) zu der Pretoria-Übereinkunft über die Insel Kasikili, die Botswanas Position unterstützt. Die Übereinkunft wird international nicht anerkannt. Nach Namibias Unabhängigkeit 1990 kommt es zu weiteren Inseldisputen, wie um die Insel Situndu zwischen Linyanti (Neu-Linyanti) und Sangwali, bei dem Dorf Batubaya. Die Eigentumsverhältnisse können nur durch die vermessene Festlegung des Thalwegesdes Chobe festgestellt werden.
Jürgen Hecker vom Deutschen Hörfunkprogramm (DHFP) des Südwestafrikanischen Rundfunk (SWAR) verlässt den Sender wegen politischer Differenzen (Pro-südafrikanische und Anti-Unabhängigkeitshaltung des SWAR).
17.11. Im UNO-Bericht S/16838 macht der angolanische Präsident dem UN-Generalsekretär Vorschläge für die Lösung der Situation im südwestlichen Afrika. Er schließt den Abzug der kubanischen Truppen aus Angola nicht mehr aus.
20.11. Die Demokratische Aktion für Namas (DAN)(Democratic Action for Namas (DAN)) wird von Willem !Oasib Boois gegründet.
07.12. Die Namibia Nachrichten (NN) erscheinen zum ersten Mal.
19.12. In der Pretoria-Übereinkunft über die Insel Kasikili wird beschlossen, dass eine gemeinschaftliche Vermessung zwischen Südafrika und Botswana feststellen soll, ob der südliche oder der nördliche Arm des Flusses der Haupt-Thalweg des Chobe sei.
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