1843


Der Abbau von Guano beginnt auf den Atlantikinseln.
Der Forscher David Livingstone besucht zum ersten Mal ein Gebiet, das später Caprivizipfel genannt wird. Seine Anstrengungen eine Missionsstation zu begründen, scheitern.
Die Wesleyanische Missionsgesellschaft gründet eine Missionsstation in Naosanabis (heute Leonardville). Der erste Missionar ist Joseph Tindall (1843-1844, 1847-1851), gefolgt von seinem Sohn Henry Tindall (November 1852 bis Juli 1855).
09.03. Der Wesleyanische Missionar Edward Cook stirbt in Warmbad.
14.04. Der Gruppenführer der Kai||khaun, ||Oaseb, besucht Windhoek.
19.08. Gruppenführer Jonker Afrikaner ersucht den Missionar Kleinschmidt, einen Brief an den Führer der Bondelswarts (!Gami-#nun), Abraham, zu schreiben. Er warnt ihn, von seinen Plänen abzulassen und, zusammen mit den Kai||khaun, die Ovaherero anzufallen.
Die Beziehungen zwischen Jonker und dem Kai||khaun-Führer ||Oaseb sind von Anfang an durch eine Mischung von Bündnis und Konflikt gekennzeichnet.
03.10. Carl Hugo Hahn heiratet Emma Hone. Sie stammt aus dem viktorianischen London. Später führt sie die viktorianische Kleidung für die Ovaherero-Frauen ein. Diese Kleidung ist bis auf den heutigen Tag im Hereroland populär geblieben.
09.12. Hahn berichtet auf seiner Reise nach Kapstadt (vom 05.06. bis 20.01.1844) von einer Löwenplage in Bethanien.
1844 ||Oaseb greift, ohne dass Jonker Kahitjene zu Hilfe kommt, Oove ua Muhoko Kahitjene an.
Jonker sieht seine Stellung durch Kahitjenes Unabhängigkeitsstreben mit Hilfe der Missionare (Hahn) bedroht, was 1851 zu Kahitjenes Untergang führt.
In Walvisbucht siedeln die ersten europäischen ständigen Bewohner, die Familien Sidney Dixon, James Morris und Frank Bassingthwaighte.
02.03. Carl Hugo Hahn berichtet auf seiner Reise von Windhoek nach Walvisbucht (25.12.1843 bis 18. 03.1844), dass er beabsichtige, nahe Walvisbucht eine Missionsstation zu gründen, die er Keetmansdorf (später Scheppmannsdorf, das heutige Rooibank (|Awang||hans)) nennt.
06.07. Der Rheinische Missionar Hans-Christian Knudsen berichtet über Jonker Afrikaners Straßenbauaktivitäten in den Auasbergen, südlich von Windhoek und der Nördlichen Baistraße nach Walvisbucht.
August Mehr als vierhundert Schiffe ankern vor der Atlantikinsel Ichaboe (wie auch von Missionar Scheppmann am 02.01.1845 berichtet).
Hunderte von Guanosuchern bauen in relativ kurzer Zeit 250 000 t Guano ab. Die Abwesenheit irgeneiner staatlichen Rechtsordnung führt zu chaotischen Zuständen auf der Insel. 1845 muss die britische Marine eingreifen, um Recht und Ordnung wiederherzustellen.
Jonker lädt die Wesleyanischen Missionare Richard Haddy und Joseph Tindall nach Windhoek ein, das sie Concordiaville nennen. Hahn und Kleinschmidt verlassen daraufhin Windhoek, welches sie nun als Esek (Zankbrunnen) bezeichnen und ziehen nach Okahandja, um unter den Ovaherero zu arbeiten. Wegen Wassermangels müssen sie jedoch Okahandja aufgeben und ziehen am 29.10. nach Otjikango (Nama: ||Katsabias; heute Groß-Barmen, von Hahn auch Neu-Barmen genannt).
28.09. Hahn berichtet, dass der Kai||khaun-Führer ||Oaseb eine Art "Touristen-Polizei", um Fremde in seinem Gebiet zu unterstützen, eingerichtet habe.
03.10. Die Wesleyanischen Missionare Haddy (bis 1846), Tindall (bis 1845) und Timotheus Sneeue (bis 1848) beginnen ihre Missionsarbeit in Windhoek.
31.10. Carl Hugo Hahn (bis 18.06.1852) und Franz Heinrich Kleinschmidt (bis Mai 1845) gründen zusammen mit Johannes Hendrik Bam die Missionsstation in Otjikango. Ihnen folgen Heinrich Scheppmann (1844-1845), Johannes Rath (09.04.1845-1849), Friedrich Wilhelm Kolbe (23.04.1848 - 1851), Heinrich Schöneberg (19.01.1851-21.11.1853), Matthäus Gorth (1852), wieder Carl Hugo Hahn (28.03.1856 -26.06.1859), Peter Heinrich Brincker (20.02.1864-1878), Johann Jakob Irle (1869-1870) und Freerk Meyer (ab 1877).

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Die Reste der Rheinischen Missionsstation in Otjikango (später in Gross Barmen vom Rheinischen Missionar Carl Hugo Hahn umgetauft) im Oktober 2004: Otjozondjupa-Region
Copyright of Photos: Dr. Klaus Dierks

Mit Jonkers und seines Bundesgenossen Tjamuahas Zustimmung siedeln arme und rinderlose Ovaherero (Ovatjimba) in Otjikango und später Otjimbingwe und bilden die Kernbevölkerung in den zwei Missionsstationen.

16.12. Der Ovahereroführer Katjari (Führer der Otjirungu-Gruppe unter John Samuel Aron Mungunda von Otjombuindja im Ozongotogebiet, Sohn des Tjoro, Sohn des Tjihahu) wendet sich gegen die sozialen Einmischungen der Rheinischen Missionare in Otjikango.
1845 Die Händler Dixon und James Morris beginnen mit dem Export von Rindern von Walvisbucht nach St. Helena. William Latham arbeitet für Dixon in Sandfontein. Später arbeitet er für Charles John Andersson und unterstützt diesen in seinem Krieg gegen die Orlam Afrikaner in den 1860iger Jahren. Es wird hauptsächlich mit Rindern gegen Ochsenwagen, Waffen, Munition und Alkohol gehandelt. Die Profite der europäischen Händler sind gewaltig: 1 500 bis 2 000 % Bruttoprofit. Der Nettoprofit fällt nie unter 100 %. Missionar Hahn, der auch einer der wichtigsten Händler im Lande ist, bezahlt einem seiner Unterhändler 42 % Kommission (Mai 1868).
Bereits in den 1840igern beginnt das Kreditwesen der europäischen Händler das Wirtschaftsleben der namibischen Gemeinschaften nachhaltig und negativ zu beeinflussen. Der Händler Morris zwingt Jonker Afrikaner, verschiedene Raubzüge gegen die Ovambanderu (1846) zu unternehmen, um seine Schulden bei ihm zu begleichen.
T.E. Eden, ein Londoner Arzt, untersucht die namibische Atlantikküste und die Guanoinseln auf Bodenschätze.
Das erste Schulbuch in der Namasprache wird vom Missionar Hans-Christian Knudsen gedruckt.
Die erste detaillierte Landkarte vom südlichen Namibia wird von Missionar Heinrich Richter herausgegeben.
11.05.



Kleinschmidt zieht nach Rehoboth. Er gründet eine Missionsstation (bis 1861 und wieder 1864). Andere Missionare in Rehoboth sind Franz Heinrich Vollmer (03.05.1848-1853) und Friedrich Simon Eggert (20.08.1854-1855). Der Grundstein für eine Kirche wird in Gegenwart von Missionar Hahn am 30.08.1845 gelegt.
Willem Swartbooi (!Huiseb #Haobemab), Führer der Swartbooi-Gemeinschaft (||Khau-|gõan) seit den 1830igern (und vermutlich schon viel früher), zieht mit seinen Anhängern nach Rehoboth. Die Swartboois kommen ursprünglich aus den Gegenden von Warmbad, Bethanien und dem oberen Fischfluss. Sie waren ursprünglich ein Teil der Kai||khaun. Sie sind später die einzige Gruppe in Namaland, die keine Allianz mit Jonker Afrikaner, sondern mit den Ovaherero bildet.
Juli Der Wesleyanische Missionar Joseph Tindall gründet eine Missionsstation in Gobabis (bis 1847).
04.12. Der Rheinische Missionar Heinrich Scheppmann (bis 29.08.1847) gründet eine Missionsstation in Rooibank nahe Walvisbucht. Seine Nachfolger sind Johannes Hendrik Bam (22.03.1848-08.05.1856), Heinrich Schöneberg (1853-04.06.1855), Engelbert Krapohl (04.09.1857-1859), Friedrich Simon Eggert (26.07.1859-1868) und Christian Baumann (ab 1878).
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