1998 Die strukturelle Entwicklung der namibischen Wirtschaft kann wie folgt zusammen gefasst werden: Langzeitlich schrumpft der Primärsektor (von 41,0% des BIP 1981 auf 29.5% im Jahre 1998). Von dieser Tendenz profitierte der Tertiärsektor (von 40,9% auf gegenwärtig 53,0%). Der Anteil des Sekundärsektors zum BIP hat sich nur unwesentlich verändert (von 18,1% auf 17,5%).
Obwohl sich der Anteil des Bergbausektors seit 1990 vermindert hat, bleibt dieser wegen seiner hohen Devisenverdienste und Steueraufkommens immer noch ein wichtiger Wirtschaftszweig . Der Abbau von Diamanten wird immer wichtiger.
Der Landwirtschaftssektor musste wegen mehrerer verheerender Trockenperioden große Verluste hinnehmen. Dieser Sektor kann in zwei Untersektoren eingeteilt werden: das kommunale Pachtgebiet und die kommerziellen Farmgebiete. Die kommunalen Farmgebiete nehmen etwa 48% des totalen landwirtschaftlichen Bodens in Beschlag, dort ist kein Eigentum an Landbaugrund möglich. Die restlichen 52% Farmland werden von etwa 4 500 kommerziellen Farmern bewirtschaftet. Der kommerzielle Farmsektor trägt doppelt so viel zum BIP bei wie der kommunale Sektor (6,4 % für kommerzielle und 2,9% für kommunale Farmgebiete im Jahre 1990; für 1998 betragen diese Zahlen 5,5% bzw. 2,5%). Trotz ihres relativ geringen Beitrages zum BIP bedeutet das kommunale Farmgebiet die Haupteinkommensquelle für mehr als 40% aller Namibier (etwa 150 000 kommunla Farmer). Der kommerzielle Farmsektor schafft andererseits 150 000 Arbeitsplätze, etwa zehn Prozent von Namibias Arbeitsmarkt. Obwohl es seit der Unabhängigkeit eine steigende Tendenz gibt, Abeiter von kommerziellen Farmen zu entlassen, gibt es darüber keine Statistiken, trägt aber zum steigenden Druck bei, Namibias Landreform zu beschleunigen. Im Jahre 1990 gab es 2 054 056 Rinder im Lande. Als Folge der Dürre von 1992/93 sank diese Zahl auf etwa 1,9 Millionen Tiere. Bis 1998 stieg die Rinderzahl wieder auf 2 134 077, mit sinkenden Zahlen in den kommerziellen Farmgebieten und steigenden in den kommunalen Gebieten im Norden.
Der Fischereisektor zeigte eine hohe Wachstumsrate (von 1,7% im Jahre 1981 auf 4,4% gegenwärtig). Die Fischverarbeitung hat sich seit den frühen 1980igern verdreifacht.
Der Fertigungssektor ist nach wie vor von der Herstellung landwirtschaftlicher Produkte abhängig.
Der Tertiärsektor wird vom öffentlichen Dienst beherrscht. Sein Anteil stieg von 15,8% im Jahre 1981 (20% des BIP 1982) auf 24,9% im Jahre 1998 (27% des BIP 1997).
Im Erziehungssektor stiegen die Schülerzahlen von der ersten bis zur 12.Klasse von 375 000 im Jahre 1991 auf 497 400 im Jahre 1998. Die Studentenzahlen für akademische Ausbildung in den Lehrerbildungsanstalten hat sich leicht erhöht, von 1 866 im Jahre 1995 auf 2 041 Studenten 1998. An der Universität von Namibia (UNAM) sind 3 454 Studenten (1995: 3 501) eingeschrieben, am Polytechnikum von Namibia 3 498 Studenten (1995: 3 272) und den Lehrlingsbildungsstätten 641 Lehrlinge (1995: 1 338).
Nach fast zehn Jahren Erfahrung mit Entwicklungshilfe kann gesagt werden, dass ein "Entwicklungshilfe-Abhängigkeit-Syndrom" sich in Namibia nicht herausgebildet hat, da Entwicklungshilfe kein dominanter Einkommensfaktor für den namibischen Haushalt darstellt. Entwicklungshilfe hat jedoch eine wichtige Rolle seit der Unabhängigkeit gespielt. Leistungen durch Entwicklungshilfe betrugen über die Jahre im Durchschnitt 5,0% des BIP, mit einem Spitzenwert von 6,0% im Jahre 1998.
14./17.01. Der Gewerkschaftsbund NUNW hält seinen zweiten Kongress seit der Unabhängigkeit ab. Trotz der Anwesenheit hoher Regierungsvertreter wird scharfe Kritik an der Regierung geübt. Im besonderen Maße werden Privatisierungspläne der Regierung und die halbherzige Landreform angeprangert.
15.01. Eine Ausbildungsstätte für kommerzielle Piloten in Keetmanshoop, die vom Vize-Minister für Öffentliche Arbeiten, Verkehr und Kommunikationen, Klaus Dierks, bereits vor der Unabhängigkeit (Februar 1990) initiiert worden war, kommt der Verwirklichung einen Schritt näher. Eine Delegation unter der Leitung von Klaus Bauer, Vize-Präsident von Dornier International Logistics, München, besucht Keetmanshoop, um eine Bewertung einer solchen Flugakademie vorzunehmen und den Planungsprozess einzuleiten.
21.01. Präsident Sam Nujoma besucht Harare. Eine Woche später weilt er in Pretoria (29.01.).
02.02. Ein Vertrag über den Bau des letzten Teilabschnittes der Trans-Caprivi-Fernstraße von Wenela (Zambia-Grenze) und Ngoma (Botswana-Grenze) in der Caprivi-Region, N$ 88,7 Millionen, wird mit der Baufirma Rumdel Construction (Pty) Ltd. unterzeichnet. Der Bauunternehmer wird auch zwei Brücken über den Bukaloüberlauf und den Chobefluss bei Ngoma ausbauen. Das Vorhaben soll in 27 Monaten fertiggestellt werden. Es wird aufgrund einer detaillierten Umweltstudie und einer Studie über den Einfluss des Straßenbauprojektes auf Frauen durchgeführt. Der Anteil der Frauen an den Bauarbeitern sollte mindestens 20 Prozent betragen. Wenigsten 50% Prozent der ungeschulten Arbeitskräfte sollen von Ex-Soldaten der PLAN gestellt werden. Das Projekt wird von der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert, das von Klaus Dierks mit der deutschen Regierung verhandelt worden war.

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Die Trans-Caprivi-Fernstraße (Sektion: Wenela (Zambia-Grenze) - Katima Mulilo - Ngoma (Botswana-Grenze)), Km 30 südöstlich von Katima Mulilo bei Bukalo: Im Hintergrund der Bukalo-Überlauf zwischen Zambezi und Liambezi-See, Blick nach Nordwesten, Februar 2003
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

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Die Trans-Caprivi-Fernstraße (Sektion: Wenela (Zambia-Grenze) - Katima Mulilo - Ngoma (Botswana-Grenze)), Km 40 südöstlich von Katima Mulilo bei Ikumwe, Blick nach Südosten, Februar 2003
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

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Die Trans-Caprivi-Fernstraße (Sektion: Wenela (Zambia-Grenze) - Katima Mulilo - Ngoma (Botswana-Grenze)), Km 40 südöstlich von Katima Mulilo bei Ikumwe, Blick nach Nordwesten, Februar 2003
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

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Die Trans-Caprivi-Fernstraße (Sektion: Wenela (Zambia-Grenze) - Katima Mulilo - Ngoma (Botswana-Grenze)), Km 60 südöstlich von Katima Mulilo beim Ngoma Grenzübergang, Blick nach Südosten, Februar 2003
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

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Die Trans-Caprivi-Fernstraße (Sektion: Wenela (Zambia-Grenze) - Katima Mulilo - Ngoma (Botswana-Grenze)), Km 61 südöstlich von Katima Mulilo, Blick nach Süden nach Botswana: Ngoma-Brücke über den Chobe-Fluss (die Grenze mit Botswana läuft in Brückenmitte), Februar 2003
Copyright of Photos: Dr. Klaus Dierks

06.02. Am Todestage des letzten Uukwanyama-Königs, Mandume ya Ndemufayo, 1917, wird ein neuer König, Ohamba (Oshivambo: traditioneller Titel) Cornelius Mwetupunga Shelungu in Ohangwena vereidigt.
07./14.02. Hage Geingob besucht Burkina Faso.
16.02. Die zweiten Wahlen für die Stadträte, die für Anfang Dezember vorgesehen waren, und die aufgrund technischer Versehen der Wahlkommission verschoben wurden, werden abgehalten. Von 188 302 registrierten Wählern nehmen nur 63 545 an den städtischen Wahlen teil (34%). SWAPO erhält mehr als 60% der abgegebenen Stimmen und ist erfolgreich in 26 der 45 städtischen Wahlkreise. Die DTA bekommt 24% der Stimmen. Unabhängige Kandidaten erringen 8%.
25./28.02. Präsident Sam Nujoma nimmt am Weltökonomischen Forum in Monako teil.
01./02.03. Präsident Nujoma wohnt dem Gipfel der Staatsoberhäupter der Southern African Development Community (SADC) in Maputo bei.
04.03. TransNamibs Vorstand schiebt die Verluste von N$ 47 Millionen der staatlichen Verkehrsgesellschaft, die im Jahresbericht 1997 veröffentlicht wurden, auf die Einmischungen des Ministers für Öffentliche Arbeiten, Verkehr und Kommunikationen, Oskar Valentin Plichta, in die Angelegenheiten der Gesellschaft. Das wird von Vize-Minister, Klaus Dierks, zurückgewiesen, er sieht den Grund für die Verluste in schlechtem Management bei TransNamib. Der Hauptgrund für die Verluste müssen bei der nationalen Luftverkehrslinie Air Namibia (N$ 48,6 Millionen als Resultat einer Steigerung von 34% der Betriebskosten), die in der Vergangenheit durch den Verkauf von Liegenschaften und anderer Vermögenswerte wettgemacht wurden, gesucht werden. Viele dieser Aktiva sind jetzt aufgebraucht. Air Namibia hat seine Hauptverluste auf der transkontinentalen Route nach Europa gemacht, die wiederum durch fehlende Investitionen bei Namibias Eisenbahnen ausgeglichen wurden.
04./08.03. Der Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Roman Herzog, besucht Namibia. Der Staatsbesuch sorgt für Irritationen auf der namibischen Seite, da geforderte Wiedergutmachungen einiger Mitglieder der Ovaherero-Gemeinschaft aufgrund der Folgen des Ovaherero-Deutschen Krieges von 1904 bis 1906 zurückgewiesen werden. Auch Herzogs Forderung nach Sonder-Sprachrechten für die deutsche Minderheit im Lande stößt auf Kritik. Die Deutschen versuchen, die Situation zu entschärfen und schieben die Schuld für die Verlautbarungen auf den deutschen Übersetzer.
15.03. Klaus Dierks kündigt an, dass Hunderte von regierungseigenen Häusern versteigert würden, da sie nicht mehr kostendeckend zu unterhalten seien, da die Mieten für solche Häuser zu niedrig seien. Diese unproduktiven Regierungshäuser seien eine schwere Bürde für die Regierung. Es sei auch nicht fair, dass nur eine relativ geringe Anzahl von Beamten in den Genuss von billigen Regierungshäusern käme.
18./19.03 Hage Geingob besucht Botswana.
20.03. Peter Hilinganye Mweshihange (zuletzt Namibias Botschafter in der Volksrepublik China) stirbt.
25.03. Der Finanzminister, Nangolo Mbumba, legt den Haushalt für das Jahr 1998/99 vor. Der Haushalt widerspiegelt die weltweite verschlechterte wirtschaftliche Situation. Die Etat-Ausgaben betragen N$ 6 784 Millionen, eine Steigerung von 17,9% im Vergleich zum Haushaltsjahr 1997/98. Das ist wiederum wesentlich mehr als die Inflationsrate von 6,21%. Die Mehrausgaben werden durch Steuererhöhungen gedeckt. Die Allgemeine Verkaufssteuer (GST) klettert von 8% auf 10%. Der individuelle Steuersatz für Einkommen über N$ 100 000 jährlich sowie die Firmensteuer steigen von 38% auf 40%. Die Sektoren Erziehung, Gesundheit und Soziales erhalten mit 39% den größten Teil. Die Schuldentilgung wächst mit N$ 442 Millionen auf 6,9% des Bruttoetats an. Das geschätzte Defizit wird auf 3,8% geschätzt und bringt die Gesamtschuld (N$ 3 900 Millionen mit einer Auslandsschuld von N$ 545 Millionen) von 21% auf 23,4% des BIP. Der an den südafrikanischen Rand gekoppelte Namibia Dollar erfährt einen dramatischen Wechselkursverfall gegen harte Währungen (Verluste: 17,2% gegen den US$, 18,6% gegen die DM, 11% gegen den Yen und 20% gegenüber dem britischen Pfund). Bedingt durch diese Entwicklungen ist die Bank von Namibia gezwungen, den Leitzinssatz auf einen Rekordstand von 20,75% anzuheben.
25.03./29.03. Präsident Sam Nujoma besucht die Niederlande. Danach reist er in die Russische Föderation weiter (29.03./01.04.).
17.04. Die Regierung wird von der unerwarteten Schließung der Tsumeb Corporation Limited (TCL) durch den südafrikanischen Bergbaukonzern Goldfields überrascht. Die plötzliche Schließung der Bergbaubetriebe (die Kupferminen von Kombat, Otjihase, Khusib Springs und der Kupferschmelzer in Tsumeb, die Tsumeb-Kupfermine hatte bereits 1996 wegen Erschöpfung der Erze geschlossen) ist in Konflikt mit der namibischen Bergbaugesetzgebung. Goldfields gibt als Gründe die niedrigen Weltmarktpreise für Kupfer, betriebsbedingte Probleme und den Tsumeb-Streik von 1996 an. Zweitausend Arbeitnehmer verlieren ihre Arbeitsplätze. Tsumebs wirtschaftliches Überleben wird in Frage gestellt. Namibias staatliche Eisenbahngesellschaft TransNamib verliert einen ihrer Hauptkunden. Rössing Uranium von Arandis ist gezwungen sein Pyrit, das bisher aus Tsumeb geliefert wurde, zu höheren Weltmarktpreisen im Ausland einzukaufen. Anstrengungen, die Bergbaubetriebe durch eine neue Betriebsgesellschaft zwischen der Gewerkschaft Mineworkers' Union of Namibia (MUN) und einigen Managern der vormaligen TCL wiederzubeleben, werden im Jahre 1998 nicht mehr realisiert. Durch die direkte Einflussnahme des Bergbauministeriums gelingt es 1999 und 2000 eine solche neue Betriebsgesellschaft zu gründen. Die neue Bergbaugesellschaft Ongopolo Mining and Processing Ltd. (Oshivambo: Ongopolo heißt Kupfer)(Vorstandsvorsitzender: Andre Neethling) entsteht und wird eine der großen namibischen Erfolgsgeschichten.
01.05. Der Präsident der National-Union der Namibischen Arbeiter (NUNW) kritisiert scharf die ungesetzliche Schließung der Bergbaubetriebe der Tsumeb Corporation Limited (TCL) durch den südafrikanischen Bergbaukonzern Goldfields. Er bezichtigt viele ausländische Investoren in Namibia der Ausbeutung menschlicher und natürlicher Ressourcen.
01./15.05. Der Premier-Minister Geingob besucht London, New York und Frankfurt.
08.05. Sam Nujoma reist nach Luanda.
09.05. Das SWAPO-Zentralkomitee diskutiert einen dritten Amtstermin für Präsident Sam Nujoma, wie es auf dem zweiten SWAPO-Kongress im Mai 1997 beschlossen worden war. Ein solcher weiterer Amtstermin würde eine Verfassungsänderung nötig machen, die durch die 72%ige Mehrheit der SWAPO-Partei im Parlament ohne Weiteres zu erreichen ist. Außerdem wird das legalistische Argument gebraucht, dass Nujomas erster Amtstermin nicht nach der namibischen Verfassung , sondern aufgrund der UNO-überwachten Wahlen von 1989 zustande kam. Das Zentralkomitee befürwortet eine weitere Kandidatur für Präsident Nujoma.
14./15.05. Präsident Nujoma nimmt an einer Regionalkonferenz in Kinshasa teil.
17./19.05. Am Weltökonomischen Forum in Windhoek nehmen sechs afrikanische Staatsoberhäupter teil: Frederick Chiluba aus Zambia, Joaquim Chissano aus Mozambique, Laurent Desiré Kabila aus der DRC, Festus Mogae aus Botswana, der König von Swaziland, Mswati III und Robert Mugabe aus Zimbabwe. Auch Südafrikas Vize-Präsident, Thabo Mbeki, nimmt an dem Forum teil.
20./23.05. Hage Geingob besucht die Expo in Lissabon.
26./28.05. Nujoma reist auf einen Staatsbesuch nach Malawi.
07./10.06. Sam Nujoma vertritt Namibia auf der Gipfelkonferenz der OAU in Burkina Faso.
23.06. Die HIV-Aids-Rate steigt in der Altersgruppe von 15 bis 49 auf 20%.
25./26.06. Frankreichs Präsident Jacques Chirac stattet Namibia einen Staatsbesuch ab.
28./29.06. Präsident Sam Nujoma nimmt an der Tagung des Common Market for Eastern und Southern Africa (COMESA) in Kinshasa teil.
01.07. Der Vize-Minister für Öffentliche Arbeiten, Verkehr und Kommunikationen, Klaus Dierks, regt an, eine Fertigungsstätte für moderne Diesellokomotiven in Namibia, möglicherweise in Usakos, zu verwirklichen. Dieses Projekt soll ein Gemeinschaftvorhaben von Deutschland, Südafrika und Namibia sein. Die Fabrik soll nicht nur Lokomotiven neuester Technologie für TransNamib, sondern für den ganzen afrikanischen Kontinent fertigen.
24.06./14.07. Premier-Minister Geingob besucht Frankfurt, die Schweiz, Madrid und Paris (Paris besucht er wieder vom 06.09. bis 15.09.).
07.07. Der Minister ohne Portefeuille, Lucas Hifikepunye Pohamba, macht in der National-Versammlung bekannt, dass Präsident Nujoma wieder SWAPOs Spitzenkandidat wäre. Damit würde SWAPO einer dritten Amtszeit als Präsident für Nujoma zustimmen.
16./20.07. Premier-Minister Geingob besucht Johannesburg.
21.07. Das Kabinett hat das Ministerium für Öffentliche Arbeiten, Verkehr und Kommunikation beauftragt, die nördliche Eisenbahnlinie von Tsumeb nach Oshikango an der Angola-Grenze zu verwirklichen. Die Eisenbahnlinie soll später von Oshikango über Cassinga nach Entrocamento in Angola weitergeführt werden, um dort an das angolanische Netz (Mossamedes-Eisenbahn) anzuschließen.
24.07. Ein Streik bei der staatlichen namibischen Hafengesellschaft (Namibia Port Authority (NamPort)) legt den Betrieb in Namibias zwei Häfen, Walvisbucht und Lüderitzbucht, lahm. Vorher hatten zwischen den Gewerkschaften und den staatlichen sowie privaten Arbeitgebern Lohnverhandlungen in einer harmonischen Atmosphäre stattgefunden, die zu allgemeinen Lohnerhöhungen von zwischen acht und 29% führten.
25./29.07. Die Beschlüsse des Weltökonomischen Forums in Windhoek (Mai 1998) werden auf dem Southern African International Dialogue in Swakopmund vertieft. Außer Joaquim Chissano aus Mozambique, Festus Mogae aus Botswana, dem König von Swaziland, Mswati III, Robert Mugabe aus Zimbabwe und Südafrikas Vize-Präsident, Thabo Mbeki, nehmen auch Benjamin Mpaka aus Tanzania, Yoveri Museveni aus Uganda und Bin Mohamad Mahathir aus Malaysia an der Konferenz teil.
29./31.07. Um den Streit um die Chobe-Inseln Kasikili und Situndu verträglich zu bewältigen, stattet Botswanas Präsident, Festus Mogae, Namibia einen erneuten Staatsbesuch ab. Beide Länder waren bereits am 05./06.05. übereingekommen, das Problem mit friedlichen Mitteln zu lösen.
01.08. Die Rehabilitierung der Straße von Otavi nach Otjiwarongo ist schneller als geplant fertiggestellt worden. Der Vize-Minister für Öffentliche Arbeiten, Verkehr und Kommunikationen, Klaus Dierks, hat eine Schlüsselrolle in der Realisierung dieses Projektes gespielt.
05./06.08. Sam Nujoma reist nach Abuja in Nigeria. Von dort reist er nach Victoria Falls in Zimbabwe (07./08.08.). Diesen offiziellen Missionen folgen weitere Besuche in Luanda (16.08.), Kapstadt (20.08.), und eine Reise zum Gipfel der Staatsoberhäupter der Southern African Development Community (SADC) in Pretoria (23.08.), um Lösungen im eskalierenden Krieg in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) zu finden.
06.08. Es finden erneute Demonstrationen von frustrierten, arbeitslosen ehemaligen PLAN-Soldaten statt. Die Arbeitssuchenden demonstrieren in Windhoek vor dem Amtssitz  Präsident Nujomas für Jobs. Diese Demonstration wird von der Polizei schnell aufgelöst (06.08.). Präsident Nujoma versucht im Norden, die Demonstranten durch seinen Besuch zu beschwichtigen (08.08.). Am 11.08. beschließt das Kabinett ein neues Programm zur Schaffung von Arbeitsplätzen. In Windhoek wächst die Gruppe auf 1 500. Der Staatssekretär für Inneres, Niilo Taapopi, kündigt die Schaffung eines technischen Komitees zur Erfassung von Anspruchsberechtigten (14.08.) an. Daraufhin ziehen sich die Demonstranten auf das Windhoeker Messegelände zurück. Im Norden ist die Zahl mittlerweile auf 3 000 gewachsen. Nach Abschluss der Registrierung, in deren Verlauf sich die Gruppen auflösen, gibt Informationsminister Ben Amathila bekannt, dass 6 472 ehemalige Soldaten einen Arbeitsplatz und 3 039 eine Rente erhalten würden.
16.08. Während eines Treffens in Luanda beschließen die Präsidenten von Namibia und Zimbabwe, dem bedrohten Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo (DRC), Laurent Desire Kabila, militärisch zu helfen. Der neue Krieg in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) hatte seine Wurzeln in Kabilas Machtaufstieg im letzten Jahr. Fremde Militärmächte (aus Ruanda und Uganda, aber mit Unterstützung einiger Southern African Development Community (SADC)-Länder wie Angola, Zambia und Zimbabwe) hatten 1997 den Diktator von Zaire, Mobuto Sese Seko, entmachtet und Kabila stattdessen an die Macht gebracht. Aber Kabilas Position wurde schnell in Frage gestellt, als seine östlichen Alliierten, Ruanda und Uganda, herausfanden, dass Kabila ihre Sicherheitsinteressen nicht berücksichtigte. Ruanda und Uganda waren die auslösenden Kräfte in dem neuen Krieg in der DRC. Namibias und Zimbabwes Hilfsangebot folgt ein Appell Kabilas in Harare am 17.08, ihn in dem Bürgerkrieg in der DRC zu unterstützen. Namibia reagiert mit einer allgemein gehaltenen Unterstützungserklärung am 19.08.
19.08. Erste Gerüchte über eine Sezessionsbewegung in der Caprivi-Region machen die Runde. Die Regierung reagiert sofort mit der ernsten Warnung, dass solche Bestrebungen als Hochverrat angesehen und entsprechend geahndet würden. Initiator einer solchen unkonstitutionellen Abspaltungsbewegung soll der Präsident der DTA, Mishake Muyongo, sein.
23.08. Nachdem sich die Beweise verstärken, dass Muyongo tatsächlich in die Caprivi-Sezessionspläne verstrickt ist, wird er von der DTA-Parteiexekutive von allen seinen politischen Ämtern entbunden.
24.08. Unbestätigte Gerüchte machen in Windhoek die Runde, dass Namibia militärisch an dem Krieg in der DRC teilnähme.
26.08. Präsident Sam Nujoma bestätigt offiziell die Entsendung namibischer Truppen in die DRC. Der Entschluss ist in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der Namibischen Verteidigungsmacht genommen worden. Das namibische Parlament und Kabinett werden nicht konsultiert. Dieser Meldung folgt am 01.09. die Ankündigung über die ersten gefallenen namibischen Soldaten.
27.08. Der namibische Botschafter in London, Ben Ulenga, erhebt schwere Vorwürfe gegen die SWAPO-Partei. Schwerpunkt seiner Stellungnahme ist ein dritter Amtstermin für Präsident Nujoma, obwohl Ulenga als Mitglied des SWAPO-Zentralkomitees in der Vergangenheit sich einer Kritik in dieser Frage enthalten hat. Weitere Begründungen sind Namibias Teilnahme am Krieg in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und die mangelnde Integration von Ex-Soldaten der PLAN in die namibische Gesellschaft. Daraufhin wird Ulenga mit sofortiger Wirkung als Botschafter zurückgerufen.
29./30.08. Der außergewöhnliche SWAPO-Parteikongress hat nicht mehr das Thema eines weiteren Amtstermins für Präsident Nujoma auf seiner Tagesordnung, sondern beschäftigt sich hauptsächlich mit einer überarbeiteten Parteiverfassung mit 71 Änderungen gegenüber der Verfassung vom September 1991.
30./31.08. Der indische Premierminister, Atal Bihari Vajpayee, besucht Namibia.
01.09. Kubas Präsident, Fidel Castro, weilt für einen Tag in Windhoek.
01./02.09. Präsident Nujoma reist zu einem Treffen der blockfreien Staaten nach Durban. Die Führer des südlichen Afrikas versuchen, eine Lösung im Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) zu finden. Die Interventionspartei wird von Zimbabwes Robert Mugabe geleitet. Südafrikas Nelson Mandela versucht, eine Verhandlungslösung zu finden. Nujoma verteidigt seinen Entschluss, am Krieg in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) teilzunehmen. Er gerät damit in Widerspruch zum Friedenappell des UNO-Generalsekretärs, Kofi Annan. Diese Mission wird durch weitere Besuche zu den Unabhängigkeitsfeiern in Swaziland (05./06.09), nach Victoria Falls, um den Krieg in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) zu besprechen, zu einem weiteren Gipfel der Staatsoberhäupter der Southern African Development Community (SADC) auf Mauritius (13./15.09.), nach Mozambique (15./17.09.) und zu einer Zusammenkunft der französischsprachigen Länder in Gabun (24.09.) vervollständigt.
03./05.09. Algeriens Präsident, Liamine Zeroual, besucht Namibia.
11.09. In einer Fernsehansprache an die namibische Nation verteidigt Präsident Nujoma Namibias Teilnahme am Krieg in der Demokratischen Republik Kongo (DRC). Er rechtfertigt die Hilfsaktion als friedenserhaltene Aktion, als Beitrag zur afrikanischen Einheit und um afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme zu finden.
18./25.09. Der Premierminister Geingob reist nach Rom und nach New York.
28.09. Der SWAPO-Generalsekretär, Lucas Hifikepunye Pohamba, rechtfertigt während einer Fernsehansprache eine Verfassungsänderung, um den Weg für einen dritten Amtstermin für Präsident Sam Nujoma zu ebnen.
Beginn Oktober Die Vollversammlung der Vereinten Nationen wählt Namibia einstimmig für den Zeitraum Januar 1999 bis Dezember 2000 zum nichtständigen Mitglied im UNO Sicherheitsrat . Eine ähnliche Ehre widerfuhr Namibia einige Zeit früher, als Namibias Außenminister, Theo-Ben Gurirab, zum Vorsitzenden der UNO-Vollversammlung für 1999/2000 gewählt wurde.
07.10. Der Premier-Minister Geingob legt eine Gesetzesvorlage vor, die eine weitere Amtszeit für den namibischen Präsidenten vorsieht. Der Gesetzesantrag muss am 13.10. aus verfahrenstechnischen Gründen zurückgezogen werden, da Geingob diese Verfassungsänderung mit einer weiteren verknüpfen wollte, die es dem Präsidenten erlaube würde, die Regionalgouverneure direkt zu berufen. Bis jetzt wurden die Gouverneure, die den Regional-Räten angehören, direkt von diesen gewählt. Zwei Verfassungsänderungen durch ein Gesetz zu ändern ist gesetzlich nicht zulässig. Deshalb wird die zweite Verfassungsänderung durch ein separates Gesetz vom Minister für Regionale und Städtische Regierung und Sozialen Wohnungsbau, Nicky Iyambo, eingebracht. Der erste Änderungsantrag, der den Weg für eine weitere Amtszeit für Präsident Nujoma ebnet, passiert die zwei Häuser des Parlaments am 19.11. Es ist deutlich, dass diese Verfassungsänderung nur für Namibias Gründungspräsidenten und dass das legalistische Argument gelte, dass Nujomas erster Amtstermin nicht nach den Bestimmungen der namibischen Verfassung, sondern aufgrund der UNO-überwachten Wahlen von 1989 zustande kam.
07./08.10. Premier-Minister, Hage Geingob, leitet eine Anti-Korruptions-Konferenz in Windhoek. Als Konsequenz dieser Konferenz erlässt das Kabinett Richtlinien für eine Anti-Korruptions-Strategie im Staatsdienst.
09.10. Eine Regierungsdelegation der USA besucht Namibia, um die Informations-Technologie (IT) in Namibia zu fördern. Zusammen mit Gambia wird Namibia ausgewählt, um als afrikanisches Modell für den Internet- Sektor zu dienen und eine Technologieübertragungsbrücke zwischen den USA und Afrika zu sein. Dieser Besuch ist das Resultat einer Reise des Vize-Ministers für Öffentliche Arbeiten, Verkehr und Kommunikationen, Klaus Dierks, in die Vereinigten Staaten vor zwei Wochen.
13.10. TransNamibs Aufsichtsrat kündigt schwerwiegende und schmerzvolle Schritte an, die immer größer werdenden Verluste der nationalen Luftlinie Air Namibia zu reduzieren. Das Ministerium für Öffentliche Arbeiten, Verkehr und Kommunikation begrüßt diesen Schritt, er erfolge allerdings zu spät, da das Ministerium seit Jahren darauf hingewiesen hätte, dass eine kleine und verletzbare Luftlinie wie Air Namibia zu schwach sei, im Alleingang interkontinentale Flüge zu unternehmen.
15.10. Mit der Beteiligung des SWAPO-Dissidenten, Ben Ulenga, wird die politische Druckgruppe "Forum for the Future" in Windhoek ins Leben gerufen. Die Mehrheit der Teilnehmer sind enttäuschte "weiße" Unterstützer der SWAPO-Partei und der DTA.
28.10. Der Finanzminister, Nangolo Mbumba, legt einen Nachtragshaushalt für das Jahr 1998/99 vor. Der zusätzliche Etat von N$ 69 Millionen wird hauptsächlich durch die namibische Beteiligung am Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo (DRC)(N$ 30 Millionen) verursacht. Der Nachhaushalt bringt das geschätzte Defizit von 3,8% auf 4,3% des BSP.
Als sich die Hinweise auf militärische Trainingslager der Caprivi-Sezessionisten verstärken, ist die Regierung gezwungen, diese staatsfeindlichen Aktivitäten zu unterbinden. Daraufhin flüchten einige bewaffnete Sezessionisten nach Botswana, wo 92 von ihnen von den Botswana-Behörden verhaftet werden.
Südafrikas Präsident, Nelson Mandela, kommt zu Konsultationen über den Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) auch nach Windhoek.
30.10. Der ersten Flüchtlingswelle von Caprivi-Sezessionisten nach Botswana folgen einige hundert Menschen. Auch Mishake Muyongo, der Fwe-Gruppenführer im Caprivizipfel, Boniface Bebi Mamili, und der Regionalgouverneur, Mabuku, sowie einige hundert San der Kxoégruppe gehören zu den Flüchtlingen.
01.11. Sam Nujoma reist zu einem Treffen der DRC-Alliierten nach Lubumbashi.
05.11. Die kommerzialisierte Namibia Airports Company wird ins Leben gerufen.
06.11. Jerry Ekandjo, Minister für Inneres, sorgt für Aufregung in der National-Versammlung, als er ein Gesetz anregt, dass Homosexualität unter Strafe stellen soll. Er wird allerdings vom Premierminister, Hage Geingob, zurückgepfiffen.
17.11. Auf einer Sitzung des SWAPO-Zentralkomitees wird Ben Ulenga als Mitglied suspendiert. Der enttäuschte Ulenga äußert gegenüber einer Windhoeker Zeitung, dass er einen Parteiaustritt aus der SWAPO-Partei erwäge (19.11.).
22./25.11. Präsident Sam Nujoma weilt auf Staatsbesuch in Italien. Von dort reist er zum Franko-Afrikanischen Gipfeltreffen nach Paris weiter.
30.11./01.12. Die zweiten Wahlen für die Regional-Räte, die ursprünglich für Anfang Dezember 1997 vorgesehen war und wegen technischer Versehen der Wahlkommission verschoben werden musste, finden statt. Während die Wahlbeteiligung für die zweiten Wahlen für die Stadträte am 16.02. 34% betrug, steigt diese nunmehr auf etwas mehr als 40% (etwa 800 000 wahlberechtigte Bürger). Die SWAPO-Partei ist wiederum siegreich. Wegen der geringen Wahlbeteiligung in der Caprivi-Region gelingt es der SWAPO, sogar diese Region der DTA abzunehmen.
30.11./02.12. Der Premier-Minister Geingob besucht Kapstadt.
03.12. Verursacht durch die chaotischen Zustände in der Caprivi-Region werden Meldungen bestätigt, dass fünf San der Kxoégruppe verhungert seien.
04.12. Um den Krieg in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) zu beenden, besucht der DCR-Präsident, Laurent Desire Kabila, Namibia.
04./09.12. Geingob reist nach Tanzania.
Mitte Dezember Der Flüchtling-Hochkommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) betreut etwa 2 200 Flüchtlinge aus dem Caprivi, darunter 1 000 Angehörige der Kxoégruppe. Ein Lager befindet sich in Dukwe/Botswana.
16./18.12. Präsident Sam Nujoma reist zu einem Treffen des Sicherheitsrates der OAU nach Burkina Faso.
16./19.12. Hage Geingob besucht Mali.
23.12. Der Vize-Minister für Öffentliche Arbeiten, Verkehr und Kommunikationen, Klaus Dierks, kündigt an, dass sich die Fertigstellung des Schlusssteines der Trans-Caprivi-Fernstraße, der Brücke über den Zambezi zwischen Namibia (Katima Mulilo) und Zambia (Sesheke), verzögere, da Zambia versäumt habe, seine Schulden an den Finanzier der Brücke, Deutschland, zu begleichen. Namibia erhalte jedoch ein günstiges Darlehen von N$ 63 Millionen für die Rehabilitierung des Kongola nach Katima Mulilo-Abschnittes der Trans-Caprivi-Fernstraße. Dierks macht weiterhin bekannt, dass aus technischen und finanziellen Gründen die Regierungen von Namibia und Zambia übereingekommen seien, die Brücke vollständig auf zambischem Gebiet zu bauen.
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