1863 James Chapman versucht, auf der Farm Anawood am Swakop zu farmen.
John Spence beginnt im Inland nach Mineralien zu prospektieren. Aaron de Pass schließt mit Hilfe von Kapitän Benjamin Sinclair einen Prospektierungsvertrag mit David Christian Frederiks (||Naixab) aus Bethanien. Die Pomona Mining Company übernimmt die Minenrechte und beginnt den Abbau von Kupfer, Silber und Blei (1864). Wegen Unwirtschaftlichkeit werden die Aktivitäten bald eingestellt. Daraufhin zeigt Frederiks Kapitän Sinclair weitere Kupfervorkommen, die später die Grundlage für die Entwicklung der Sinclair-Mine bilden. Auch dieses Unternehmen bringt keinen Gewinn.
König Tshikesho tshEelu vom Uukwambigebiet im Ovamboland wird Nachfolger von König Iipumbu ya Nangaku, stirbt aber im gleichen Jahr. Er gründet seine Hauptstadt in Onambashu. Sein Nachfolger wird König Nuyoma (1863-1875). Er gründet seine Hauptstadt erst in Iihanguti und später in Onatshiku bei Elim.
Der Kololo-König Sekeletu stirbt in Malengalenga. Sein Sohn Mbololo (1863 - 1864) wird sein Nachfolger.
In dieser Zeit wird das Tswanavolk der Tawana durch die Kololo und die Ndebele unterdrückt und weicht teilweise in das heutige Namibia aus. Gleichzeitig flüchten Ovaherero vor den Orlam Afrikanern in das Bechuanaland, wo sie freundschaftliche Beziehungen mit den Kololo aufnehmen.
10.04. Die Rheinische Missionsstation Gibeon (Khaxa-tsûs) wird gegründet. Erster Missionar wird Jacob Knauer (bis 27.11.1867), gefolgt von Johannes Olpp (1867-1879).

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Gibeon, gegründet vom Rheinischen Missionar Jacob Knauer im Jahre 1863: Hardap Region
Copyright of Photos: Dr. Klaus Dierks

04.06. Christian Afrikaner schreibt an Andersson: "Weiterhin muss ich Dir sagen, dass Du die Absicht hast das Land zu stehlen, obwohl Du genau weißt, dass es immer uns gehört hat. Da Du nicht weißt, wie Du an unser Land kommen kannst, wiegelst Du die Hereros gegen das Volk auf, so dass diese mich und all mein Volk töten sollen. Auf diese Weise willst Du an unser Land kommen und deshalb unterstützt Du diese Leute mit Gewehren und Munition."
15.06. Christian Afrikaner, unterstützt von ||Oaseb, Piet Koper !Gamab von den Fransman-Nama und dem ||Hawobenführer Karl Hendrik (Ses) (!Nanib #karib #Arisemab (auch |Heiguxab)), Bruder von Hendrik Henricks (!Nanib gaib #Arisemab), wird von Anderssons "Privatarmee" in Otjimbingwe geschlagen. Damit beginnt der Untergang der Macht der Orlam Afrikaner. Mehr als ein Drittel der Soldaten der Nama verlieren das Leben. Christian Afrikaner und Piet Koper fallen in der Schlacht. Christians Bruder David Afrikaner und seine Onkel, Jonas und Jager Afrikaner (Jr.) fallen ebenfalls. Jan Jonker Afrikaner wird Christians Nachfolger. Philippus Katjimune fällt auf der Ovaherero-Seite.
Der Ovaherero-Führer Maharero und seine Verbündeten beteiligen sich nicht an den Kämpfen. Sie nehmen erst ein Jahr später an den Auseinandersetzungen mit den Orlams teil.
Anderssons Hauptmotiv für seinen "Privatkrieg" gegen die Orlams ist die Sicherung seiner Handelsrouten zu den Märkten in der Kapkolonie.
Unter Jan Jonker verlieren die Orlam Afrikaner ihre dominante politische Machtstellung im Nama- und Damaraland.
Der Ovahimbaführer Vita Tom, später Führer Oorlog (Otjiherero: Vita = Krieg (Afrikaans: Oorlog)) genannt, wird während der Schlacht geboren. Er ist mit Christian Wilhelm Zeraua und Manasse Tyiseseta von Omaruru verwandt (Omukweyuva-eanda: die Tochter einer Schwester von Manasse, Kaitundu, heiratet Tom Bechuana oder Tom Botswana aus dem Bechuanaland, Vitas Vater). Nach den späteren Überfällen der Swartboois und Topnaar auf das Kaokoland wird er ein wichtiger Kommandoführer in diesem Gebiet.
Maharero wird höchster Ovahereroführer, nachdem Christian Wilhelm Zeraua, der eigentlich Mahareros Senior ist, die Führerschaft abgelehnt hatte. Die Missionare und Ovaherero nennen den Krieg gegen die Orlam Afrikaner einen "Freiheitskrieg". Der Forschungsreisende, Jäger und Händler James Chapman ist einer der Zeugen, der die Ovaherero- Formulierung als "übertrieben" bezeichnet. Die Kriegshandlungen der 1860iger Jahre müssen im Lichte der Bestrebungen der Rheinischen Missionsgesellschaft gesehen werden, alle namibischen politischen Autonomiebestrebungen zu schwächen, die die beabsichtigten und gewünschten deutschen Kolonialambitionen gefährden könnten.
12.07. Der Rheinische Missionar Peter Heinrich Brincker zieht nach Otjimbingwe und später weiter nach Groß-Barmen (Otjikango)(20.02.1864). Er wird der Lehrer von Mahareros Kindern. Brincker siedelt wieder in Otjimbingwe im Jahre 1866, nachdem Groß-Barmen im Ovaherero-Nama Krieg aufgegeben werden musste.
23.12. Khaxa-tsûs wird in Gibeon umgetauft.
27.12. Der Witbooi-Namaführer Petrus Jod wird in Gibeon geboren.
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[Inhaltsverzeichnis]

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