1870 Die Baster unter der Führung von Hermanus van Wyk ziehen nach einer Übereinkunft mit Nama- und Ovahereroführern nach Rehoboth. So wird ein Puffer zwischen den Nama/Orlam-Gemeinschaften und den Ovaherero geschaffen. Die Stammfamilien der Rehoboth-Baster sind die folgenden: Benz, Beukes, Bok, Claasen (Klazen), Cloete, Coetsee, Diergaar(d)t, Engelbrecht, Gertze, Isaak, de Klerk, Koopman, Morkel, Mouton, Orlam, Schalkwyk, Slenger, Steenkamp, Vrey, Vries, Wimmer, Witbooi und van Wyk.
Weiße Farmer kaufen vom Führer der Bondelswarts (!Gami-#nun), Wilhelm Christian, Land in der Umgebung von Warmbad (Jan Louw, Piet le Riche, Leonard Celliers). Ein Schotte mit dem Namen Hill kauft von Wilhelm Christian die Farmen Tsawasis, Holoog und Groendorn. Carl Wilhelm Walser aus der Schweiz kauft vom Bondelswarts-Führer die Farmen Ukamas, Ariamsvlei, Nakop, Swartkop und Walsersbrunn.
Willem Krüger lässt sich in den 1870iger Jahren in der Gegend von Otjozondjupa nieder. Er ist ein besonderer Schutzherr der dortigen San- und Dama-Gemeinschaften. Er unterstützt den Rheinischen Missionar Carl Heinrich Beiderbecke.
Axel Eriksson gründet mit Anders Ohlssen ein Geschäft in Omaruru.
Der Rheinische Missionar Samuel Gertse arbeitet als landwirtschaftlicher Ausbilder unter zum Christentum konvertierten Ovaherero in Omaruru.
Wilhelm Maharero heiratet Kambauruma Kazahendike.
Hahn schätzt, dass 80 000 Ovaherero und Ovambanderu im Lande leben.
Im Zambezital besteht seit ungefähr 1600 das Luyana-Königreich, das verschiedene Volksgruppen zwischen Kasane am Chobe, dem Bereich des heutigen Caprivizipfels und den nordwestlichen Gebieten im heutigen Zambia umfasst.
Im Kavango stirbt Uukwangali-König Sikongo. Nachfolger wird König Mpasi (bis 1880).
Theophilus Hahn, Sohn von Missionar Samuel Hahn, entdeckt die ersten Felszeichnungen in der Geschichte Namibias, im Khoichabfluß. Bemerkenswert an seiner Entdeckung ist, dass er im gleichen Gebiet einen alten San findet, der immer noch Felszeichnungen anfertigt.
31.01. Der Führer der Bondelswarts (!Gami-Pnun), Wilhelm Christian, unterzeichnet einen Vertrag mit der Regierung der Kapkolonie mit dem Ziel, der Kapregierung Unterstützung bei der Aufrechterhaltung von Frieden und Ordnung an der Oranjegrenze zu gewähren.
17.05.
Jan Jonker Afrikaner versucht, Maharero zu überreden, eine "Anti-Europäische Allianz" zu formen. Maharero lehnt dies jedoch unter dem Einfluss der Rheinischen Missionsgesellschaft (Hahn) ab.
18.05. Die Missionare Philipp Diehl und Johann Jakob Irle gründen erneut eine Missionsstation bei Mahareros Werft in Okahandja, nachdem Kolbe 1850 von dort fliehen musste. Diehl arbeitet in Okahandja bis 1890, dem Todesjahr von Maharero.
22.06. Der Missionar Friedrich Wilhelm Gottlieb Viehe gründet in Omaruru eine Schule für die Kinder der europäischen Siedler (bis 1887). Er wird unterstützt von dem finnischen Missionar Antti Piirainen (ab 1872, als dieser dort ein Geschäft eröffnet) und dem Rheinischen Missionar Caspar Heinrich Niederwelland (ab 1880). Niederwelland stirbt in Okombahe am 13.06.1885.
08.07. Die ersten finnischen Missionare (Martti Rautanen, Botolf Bernhard Björklund, Pietari Kurvinen, Karl Leonhard Tolonen, Erkki Juntunen und Karl August Weikkolin) kommen mit Hahn und Green im Ondongagebiet, in Omandongo, König Shikongos Hauptstadt, an. Sie unternehmen den Versuch, Missionsstationen in den Ondonga-, Uukwambi-, Ongandjera- und Uukwanyamagebieten zu gründen. Stationen in den Uukwambi-, Ongandjera- (Martti Rautanen wird aus Ongandjera physisch vertrieben) und Uukwanyamagebieten müssen bald wieder aufgegeben werden. Vorläufig werden keine Missionsstationen in den Ombalantu-, Uukwaluudhi-, Uukolonkadhi- und Eundagebieten gegründet. Während der Herrschaft des Ondonga-Königs Shikongo gehören auf der Onamayongo-Seite die folgenden Siedlungen zu seinem Herrschaftsbereich: Ondangwa, Oniipa, Onamulunga und Oshigambo, die alle dem Gruppenführer von Oniipa, Shikongo sha Nangolo, unterstehen. Herausstehende Persönlichkeiten der örtlichen Gemeinschaften sind: Frans Amweenye, Gideon Mushimba, Sakeus Angula, Vilho Auala (Vater des späteren Bischofs Nangolo Leonard Auala), Barnabas Iyambo, Gideon Nuuyoma und Sakeus Emvula.
Die ersten sechs Ovambo werden allerdings erst 1883 getauft.
11.07. In Omandongo (Ondonga) gründet die Finnische Missionsgesellschaft eine Missionsstation. Erster Missionar ist bis 29.07.1871 Botolf Bernhard Björklund, zusammen mit Karl Emanuel Jurvelin und Malmström. Sein Nachfolger ist Juho Heinonen (11.07.1870-März 1878).

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Omandongo, südlich von Onayena, ist die erste Finnische Missionsstation im Ovamboland. Eines der Kinder von Missionar Martti Rautanen ist hier begraben
Copyright of Photos: Dr. Klaus Dierks

18.07.
Die finnische Missionsstation Elim im Uukwambigebiet wird gegründet. Erste Missionare sind Kurvinen, Rautanen und Piirainen, gefolgt von Weikkolin. Kurvinen muss wegen seines schlechten Verhältnisses mit dem Uukwambikönigs Nuyoma am 21.05.1872 das Gebiet verlassen.
23.09. Verschiedene Führer (Jan Jonker Afrikaner, Maharero, Kido Witbooi von Gibeon, David Christian Frederiks von Bethanien und Jakobus Isaak von Berseba) und Missionare (Hahn, Diehl und Irle von Okahandja, Brincker von Groß-Barmen, Olpp von Gibeon, sieben finnische Missionare und der Händler C. Conrath) organisieren die Friedenskonferenz in Okahandja. Ein Friedensvertrag wird unterzeichnet, in welchem Jan Jonker ein Ko-Regent, d.h. Mahareros Untergebener, wird (Der Zehn-Jahres-Friede).
Der Niedergang der Macht der Orlam Afrikaner bedeutet, dass die europäischen Händler, Jäger und Missionare jetzt ohne jede Einschränkung im Lande operieren können.
17.11. Der Rheinische Missionar Daniel Cloete, enger Mitarbeiter von Hahn für 30 Jahre, gründet eine Missionsstation in Okombahe (bis 1880).

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Rheinische Missionskirche von Okombahe: Gegründet am 17.11.1870: Erongo-Region
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

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Rheinischer Missionsfriedhof in Okombahe: Grab von Missionar Caspar Heinrich Niederwelland: Erongo-Region
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

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[Inhaltsverzeichnis]

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