1891 Alle Namalandführer scharen sich voll hinter Hendrik Witbooi. Das wird durch die meisten Missionsberichte aus dieser Zeit bestätigt, die von keinen Spannungen zwischen den verschiedenen Nama-Gemeinschaften mehr berichten.
Von Francois wird zum Landeshauptmann von SWA ernannt. Die Befugnisse der Behörde werden durch das Schutzgebietsgesetz vom 17.04.1886 geregelt.
Die deutsche Verwaltung beendet die Überfälle der Swartbooi und der Topnaar auf das Kaokoland. Daraufhin kehren einige Ovahimba- und Ovatjimbaführer aus Angola zurück.
In Angola greifen die Portugiesen wieder das Ombandjagebiet an, um den angolanischen Widerstand des Königs Luhuna aus Onghumbi mit Unterstützung der zwei Ombandja-Königreiche final zu brechen. Die Portugiesen werden diesmal in der Schlacht von Ondobeyofenge geschlagen.
139 registrierte "Weiße" (Deutsche und Buren) leben in Deutsch- Südwestafrika.
Da die DKGSWA nicht mehr mit der Entdeckung von wertvollen Mineralien rechnet, plant man jetzt die Errichtung einer deutschen Siedlerkolonie.
Die DKGSWA schickt den früheren Premier-Leutnant Ernst Hermann, der seit 1887 der DKGSWA-Vertreter in Angra Pequeña war, nach Kubub, um dort eine Versuchsfarm für Wollschafe zu errichten. Er pachtet dort für 20 Jahre von dem Führer der Bethanien-Nama das Nomtsas-Tal in den Naukluftbergen.
Die deutsche Woermann Linie führt einen regulären Schifffahrtsdienst ein.
Der Handel mit Waffen erreicht während des Jahres mit der Einfuhr von 807 Gewehren und 66 830 Patronen einen Höhepunkt. Zwischen 1884 und 1893 werden insgesamt 2 586 Gewehre und 1 128 780 Patronen eingeführt. Zwischen 1891 und 1897 versucht die deutsche Verwaltung, den Waffenhandel einzuschränken.
Juni Rechtsanwalt Köhler wird der erste Richter der Kolonie.
03.08. Samuel Maharero wird von den Deutschen als Oberführer der Ovaherero anerkannt. Dieses wird nicht von anderen Ovahereroführern wie Manasse Tyiseseta von Omaruru, Kandji Tjetjo von Owikokorero und dem Ovambanderu-Führer Kahimemua Nguvauva sowie von Riarua, Mahareros früherem Ratgeber, bestätigt. Diese Gruppenführer erheben selbst Ansprüche auf den Ovaherero-Thron von Okahandja.
04.09.
Die Rheinischen Missionare Wulfhorst und Meisenholl treffen Uukwanyama-König Ueyulu ya Hedimbi. Die erste Missionsstation im Uukwanyamagebiet wird in Ondjiva, im heutigen Angola, aufgebaut.
03.10. Die Ovambanderu greifen Gibeon an.
13.10. Das erste Postamt im Schutzgebiet wird von Otjimbingwe nach Windhoek (ab 18.10.1891) verlegt durch Landrentmeister Wilhelm Junker). Der Poststempel "Otyimbingue" wird in Windhoek bis März 1892 benutzt.
Ein regulärer Postdienst wird auf der "Nördlichen Baistraße" von Windhoek nach Walvisbucht eingerichtet. Die Beförderungsdauer mit Kamelen, die aus Teneriffa importiert wurden, beträgt etwa 12 Tage.
Die erste Postbeförderung auf einem deutschen Schiff findet am 24.04.1891 ab Hamburg auf dem Dampfer Gertrud Woermann I der Woermann-Linie statt. Die Post wird in Walvisbucht vom Rheinischen Missionar Böhm am 22.06.1891 übernommen, der die Post nach Otyimbingue weiterbefördert. Bis November 1893 läuft die Postverbindung über Walvisbucht. Ab 30.11.1893 wird alle Post auf den Postdampfern der Woermann-Linie nach Swakopmund umgeleitet, wo es bereits früher Versuchslandungen gegeben hatte.
Dezember Die deutsche koloniale Administration übersiedelt von Otjimbingwe nach Windhoek.
WB00823_.GIF (134 bytes)

[Inhaltsverzeichnis]

forward.GIF (132 bytes)