1901 Der Import des Jahres beläuft sich auf 10 075 494 Mark, der Export auf 1 241 761 Mark.
Ein Aufstand der Grootfontein (Süd)-Baster unter dem Basterführer Claas Swart gegen die Deutschen bricht los.
Die Baster werden von Leutnant Egmont von Lekow mit seinem Verbündeten Hendrik Witbooi geschlagen.
Finnische Missionare gründen die erste Druckerei in Oniipa. Sie geben auch die Kirchzeitung Omukwetu heraus (zweitälteste Zeitung in Namibia).
Eine Telephonlinie wird entlang der Eisenbahnlinie von Swakopmund nach Windhoek gelegt.
Der Bahnhof wird in Swakopmund gebaut.
Assa Riarua berichtet, dass er gewaltsam aus einer Bäckerei in Windhoek herausgeworfen wurde. Samuel Maharero wird zur gleichen Zeit von Händler von Michaelis mit dem Tode bedroht.
127 824 Liter Alkohol werden im Laufe des Jahres verkauft, davon 5 971 Liter an namibische Einheimische.
J.L. Gathmann und J.G. Steiger entwickeln die Gorob- und Hope Minen.
J.J. Cleverly wird Magistrat in Walvisbucht (bis 1901). Seine Nachfolger sind Charles George (bis ca. 1903) und J.M. Richards (bis ca. 1909).
01.01. Die Siedlung Hasis und das Postamt werden in Kubas umbenannt.
15.01. Der Rheinische Missionar Friedrich Wilhem Gottlieb Viehe, Präses des Hererolandes und Leiter des Augustineums in Okahandja, stirbt.

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Grab des Rheinischen Missionars Friedrich Wilhem Gottlieb Viehe, Präses des Hererolandes und Leiter des Augustineums in Okahandja, der am 15.01.1901 starb: Otjozondjupa Region: August 2003
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

30.01. Die erste Landung von Passagieren mittels einer Barkasse an der noch nicht fertiggestellten Hafenmole in Swakopmund findet statt.
02.02. Der Rheinische Missionsinspektor Schreiber fordert die Schaffung von "Eingeborenenreservaten" im Hereroland. Leutwein lehnt dies jedoch ab.
April Zesfontein (!Nani-*ous) wird von Victor Franke gegründet, um den Nordwesten der Kolonie zu schützen. Franke baut das Stationsgebäude und bleibt Distriktschef bis Mai 1902. Nachfolger wird Leutnant Schultze. Das militärische Fort wird von Karl Schmidt in den Jahren 1904 bis 1906 errichtet.

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Das deutsche Fort (erbaut von Karl Schmidt 1904-1906 und neu aufgebaut als Lodge in den 1990igern) und der deutsche Friedhof in Zesfontein (Afrikaans: Sesfontein), September 2004

01.05. Die Hafenmole in Swakopmund wird fertiggestellt.
05.05. Axel Eriksson stirbt in Urupupa, in der Nähe von Grootfontein.
Juni Ein Krieg droht mit dem Uukwambi-König Negumbo. Hauptmann Helmuth Gustav Kliefoth ist gezwungen, sich zurückzuziehen. Dies ist einer der Gründe, dass Georg Hartmann von der O.M.E.G. später entscheidet, das Uukwambigebiet mit der geplanten Eisenbahnlinie von Otavi nach Porto Alexandre in Angola zu umgehen. Er untersucht eine mögliche Eisenbahntrasse von Otavi aus über die Ondongagebiete der Könige Nehale und Kambonde kaMpingana, das Uukwanyamagebiet des Königs Ueyulu ya Hedimbi, über die angolanischen Ortschaften Humbe und Porto Alexandre bis nach Mossamedes (Namibe im heutigen Angola). Es gibt allerdings unüberwindliche Probleme, die nötigen Konzessionen für ein solches Projekt von Portugal zu erhalten. Verursacht durch steigenden "patriotischen" Druck, die Bahnlinie auf deutschem Gebiet zu halten und die wirtschaftlichste Lösung zu suchen, wird 1903 entschieden, die Otavi-Eisenbahnlinie von Otavi bis zur Hafenstadt Swakopmund zu bauen.
31.07. Die erste durchgeführte Volkszählung ergibt, dass 2 181 "Weiße" und etwa 80 000 Ovaherero (15 000 alleine in den nördlichen Teilen des Windhoek-Distrikts) und etwa         20 000 Nama (um 1900 herum) im Schutzgebiet leben (die Volkszählung wird nicht im Ovamboland durchgeführt). Dieser Zensus beruht hauptsächlich auf Missionarsschätzungen und den Zählungen der Distriktschefs. Erich Victor Carl August Franke berichtet über die Volkszählung, dass er in Zesfontein (!Nani-*ous) 130 Personen gezählt hätte Es muss hier jedoch erwähnt werden, dass die Quelle für die Volkszählung unklar ist und durch weitere Forschungen verifiziert werden muss. Es muss auch gesagt werden, dass es offensichtlich keine genauen Statistiken über die Anzahl der im Schutzgebiet lebenden "Eingeborenen", besonders in den nördlichen Gebieten, gibt. Zahlen, die von Historikern gebraucht werden, richten sich nach dem, was sie mit diesen beweisen wollen.
17.08. Das Postamt in Groß-Barmen wird geschlossen.
19.08. Der Ovahereroführer Kayata aus Otjihaenena beschwert sich bei Leutwein über den Verkauf von Land an deutsche Siedler (Ansiedler Westphal auf Okatumba, Stöpke auf einer Farm zwischen Orumbo (Ernst Wossidlo) und Omunjereke (Schmerenbeck) und Held auf Otjivero sowie Eilers in Omitara, Friedrich Alexander von Falkenhausen auf Okahua und Voigts auf Otjituesa)(Brief an Theodor Leutwein durch Vermittlung von Missionar Ferdinand Lang). Darum wird erneut die Frage der "Eingeborenenreservate" untersucht.
Oktober Georg Wasserfall gründet die Deutsch-Südwestafrikanische Zeitung in Swakopmund, nachdem er im September von Windhoek nach Swakopmund verzogen war.
01.10. Das erste örtliche Telephonnetz wird in Swakopmund in Gebrauch genommen.
Ein Postamt wird in Kapenoussëu eröffnet.
03.10. Wilhelm Christian, der Führer der Bondelswarts ( !Gami-#nun), stirbt. Er hinterlässt zwei Söhne, Jan Abraham (!Nanseb Kaib #Naoxamab (Tôasib)) und Johannes Christian (!Nanseb #Khami #Naoxamab). Jan Abraham Christian wird der neue Führer der Bondelswarts.
22.10. Der Bau der Eisenbahnbrücke über den Swakopfluss bei Okahandja beginnt.
07.12. Die Staatsbahn ist bis Okahandja fertiggestellt.
09.12. Die Heliographenverbindung zwischen Windhoek und Keetmanshoop wird offiziell eröffnet.
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[Inhaltsverzeichnis]

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