1902 Der Import des Jahres beläuft sich auf 8 567 550 Mark, der Export auf 2 212 973 Mark.
4 682 europäische Siedler (17% von ihnen Soldaten) leben in Südwestafrika.
Eine Heliographenverbindung wird zwischen Karibib und Outjo fertiggestellt.
Die Römisch-Katholische Missionsstation Aminuis wird gegründet.
Swakopmund bekommt ein Militärhospital (Prinzessin Rupprecht Heim).
Finnische Missionare bauen eine Klinik in Onayena im Ovamboland.
Die Finnische Missionsgesellschaft eröffnet erneut die Missionsstation in Rehoboth (Okahao/Ongandjera).
Der Uukwaluudhi-König Shikongo shIipinge stirbt. Nachfolger wird König Niilenga yAmukwa (1902-1908).
Deutsche Schulen werden in Keetmanshoop, Grootfontein und Swakopmund eröffnet.
Der Händler August Geik besucht von Grootfontein aus den Caprivizipfel. Er handelt hauptsächlich mit Rindern. Er wird dabei von Simata Mamili aus Linyanti (Neu- Linyanti) im Fwegebiet (nicht zu verwechseln mit Linyanti in der Nähe von Sangwali, der alten Hauptstadt des Kolologebietes) unterstützt. Mit Hilfe von Mamilis Booten überquert er den Chobe.
116 212 Liter Alkohol werden im Laufe des Jahres verkauft, davon 2 100 Liter an Einheimische.
In Hoachanas wird ein "Eingeborenenreservat" für die Kai||khaun (50 000 ha) geschaffen.
Der Bergbauprospektor Christopher James schätzt die Kupfervorkommen von Tsumeb auf 300 000 t mit 12,6% Kupfer- und 25,3% Bleigehalt.
Das Damara Copper Syndicate versucht erneut, die Matchless-Mine im Khomashochland zu eröffnen, scheitert aber wieder an den hohen Transportkosten.
31.01. Leutwein gibt zögernd den Auftrag, die Möglichkeit von "Eingeborenenreservaten" im Hereroland zu untersuchen (Windhoek, Omaruru, Karibib und Gobabis). Samuel Maharero erfährt in steigendem Maße Widerstand gegen seine Landverkäufe in Okahandja. Die Landfrage wird durch den Bau der Staatsbahn von Swakopmund nach Windhoek weiterhin verschärft.
16.02. Der Distriktschef von Grootfontein Richard Volkmann erklärt "dass die übereilte Planung von Eingeborenenreservaten die wirtschaftliche Erschließung des Landes wie Eisenbahnbau und Minenentwicklungen behindern würde".
05.03. Das Anwesen Okapuka, nördlich von Windhoek, wird von Samuel Maharero verkauft.
14.03. Missionar Diehl äußert seine Bedenken über die Zukunft der Ovaherero- Gemeinde von Otjiseva, da Samuel Maharero das Land an Händler verkauft hat, um seine Schulden zu bezahlen.
Mai Laut eines offiziellen Vermessungsberichtes sind 116 Straßen im Schutzgebiet, mit einer Totallänge von 18 826 km, vermessen worden.
07.06. Eine Untersuchungskommission wird von der deutschen Verwaltung angestellt, um die Probleme bei der Vergabe von Krediten und die Schuldentilgung von "Eingeborenen" zu untersuchen. Die neuen Kreditbestimmungen verbieten den Verkauf von einheimischem Land, um die schlimmsten Missstände auszuschließen. Das führt jedoch zu noch schärferen Methoden der Händler, um ausstehende Schulden einzutreiben.
Der zunehmende Handel im Schutzgebiet führt zu neuen Problemen für Samuel Maharero: Händler wie John William Wallace aus Okombahe halten Maharero persönlich für die Schulden seiner Untertanen verantwortlich.
17.06. Die Staatsbahn von Swakopmund ist bis Windhoek fertiggestellt (km 382; 1 526,19 m.ü.M.). Der Ochsenwagentransport verliert seine alleinige Verkehrsträgerrolle im Lande.
19.06. Der erste Eisenbahnzug aus Swakopmund erreicht Windhoek.
Juli Ein Leuchtturm (11 m hoch) wird in Swakopmund gebaut.
01.07. Die Staatsbahn zwischen Swakopmund und Windhoek wird offiziell eröffnet.
31.07. Der Distriktschef von Okahandja, Zürn, nimmt einigen Druck von Samuel Maharero durch seine Erklärung, dass Maharero, obwohl selbst verschuldet, nicht für die Schulden von anderen Personen seiner Gemeinschaft verantwortlich gehalten werden könne.
01.08. Eine Heliographenverbindung zwischen Windhoek und Outjo über Omaruru und Okowakuatjiwi (später Kalkfeld genannt) wird gebaut.
05.09. Justus Kavizeri stirbt.
22.12. Das erste örtliche Telephonnetz wird in Windhoek eröffnet.
Ende 1902 August Gerber besucht die Owambokönige, Nehale und Kambonde kaMpingana. Danach besucht er König Ueyulu ya Hedimbi vom Uukwanyamagebiet mit der Missionsstation Ondjiva.
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