1905 Der Ethnograph Eugen Fischer warnt vor der Gefahr der Rassenmischung zwischen deutschen Siedlern und afrikanischen Frauen. Seine Rassentheorien bilden die Grundlage für die unmenschliche Behandlung von Afrikanern und später, in den 30iger und 40iger Jahren, von Juden, Zigeunern und anderen Minderheiten in Europa.
Franz Seiner vermisst den Caprivizipfel und gibt eine detaillierte Landkarte von dem Gebiet heraus. Diese Karte ist die offizielle Karte des Caprivizipfels bis zum Jahre 1914.
Veranlasst durch die ständigen Angriffe des Tswana Königs Sekgoma Lethsolathebe, setzt der britische Hochkommissar die Südgrenze des westlichen Caprivizipfels vorläufig in Mohembo am Okavango fest, wo sich die Grenze noch heute befindet. Die Angriffe der Tswana auf die Mbukushu dauern bis 1930 an.
Die Erste Eisenbahnbaukompanie beginnt mit dem Bau eines neuen Dampfkondensators in Lüderitz, der, nachdem er schon Jahre nicht mehr in Betrieb war, 1921 abgebrochen wird. Bedingt durch den anhaltenden Krieg im Süden setzt in Lüderitz eine lebhafte Bautätigkeit ein.
Die Khan Kupfermine, 60 km östlich von Swakopmund, wird entwickelt. Sie wird 1906 eröffnet. Eine 11 km lange Verbindungsbahn wird zur Otavi-Eisenbahnlinie gebaut. Die Kupfervorkommen wurden von dem Geologen Paul Ramdohr entdeckt und auf 157 000 t Kupfererz geschätzt.
Der Baster-Kapitän Hermanus van Wyk stirbt in Rehoboth. Die Position des Baster-Kapitäns wird von den deutschen Behörden abgeschafft. Stattdessen wird der Baster-Rat angestellt.
Anfang Januar
Deutsche Truppen greifen eine friedliche Gruppe von Ovambo-Arbeitern in Etaneno, südlich von Outjo, an. Dieser Angriff führt zum fast völligen Stillstand der Zuwanderung von Ovambo-Arbeitern.
Der finnische Missionar Martti Rautanen überredet den Ovambo König Kambonde kaMpingana vom Ondongagebiet, nicht den König Nehale zu unterstützen, der unter Ovaherero-Einfluss bereit ist, wie im Jahre 1904 die Deutschen wieder anzugreifen.
01.01. Die Schlacht von Stamprietfontein zwischen Hendrik Witbooi und den Deutschen unter Major Meister endet unentschieden.
02.-04.01. In der Schlacht von Groß-Nabas zwischen Hendrik Witbooi und den Deutschen gibt es schwere Verluste auf beiden Seiten. Die deutschen verlieren 32% ihrer Truppenstärke. Auf der Namaseite kämpfen auch Ovaherero unter dem Befehl von Frederick Maharero, Sohn von Samuel Maharero.

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Gedenkstein für die Schlacht von Gross Nabas Battle zwischen den Deutschen und den Witbooi-Nama: 02.-04.01.1905: Auob-Tal: Hardap-Region: April 2003
Copyright of Photos: Dr. Klaus Dierks

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Deutscher Kriegsfriedhof in Gochas: Gefallene der vielen Gefechte zwischen Deutschen und Nama (hauptsächlich Witbooi-Nama unter Hendrik Witbooi (bis 1905) und Fransman-Nama (!Khara-khoen) unter Simon Koper (bis 1908)): Hardap-Region: April 2003
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

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Friedhof in Gochas: Gräber der Gefallenen der Schlacht von Gross- Nabas: 02.-04.01.1905: Hardap-Region: April 2003
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03.01. Es kommt zur Schlacht von Haruchas am Auobfluss zwischen Nama und Deutschen unter Leutnant Ritter.

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Friedhof in Gochas: Gefecht von Haruchas am Auobfluss zwischen Deutschen un Witbooi-Nama am 03.01.1905: Hardap-Region: April 2003
Copyright of Photos: Dr. Klaus Dierks

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Gedenkstein von Haruchas, der an das Gefecht vom 03.01.1905 erinnert
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05.01. Ein für die Deutschen verlustreiches Gefecht (vier Tote und 14 Verwundete) findet in Gochas statt. Die zwei deutschen Abteilungen werden von Oberleutnant Stuhlmann und Oberleutnant Graf Stosch kommandiert.
07.01. Die Schlacht von Swartfontein zwischen Simon Koper und Major von Lengerke endet mit Verlusten für die Nama.
11.01. Die deutschen Truppen nehmen insgesamt 8 889 Ovaherero Männer, Frauen und Kinder gefangen. Die Rheinische Missionsgesellschaft sammelt weitere 12 500 Ovaherero auf. Wenn man die in das britische Bechuanaland und nach Walvisbucht entkommenen Ovaherero berücksichtigt, kann abgeleitet werden, dass von etwa 80 000 Ovaherero vor dem Kriege nur 24 000 überlebt haben. Viele der Überlebenden sterben allerdings in den kommenden Jahren in den deutschen Konzentrationslagern. Ein Konzentrationslager befindet sich in Windhoek nördlich der Alten Feste, mit Tausenden von Gefangenen, wo viele Hinrichtungen stattfinden (an Stelle der späteren Christuskirche und des Reiterdenkmals).
16.01. Das Postamt Waldau wird wiedereröffnet.
17.01. Heinrich Vedder gründet die Rheinische Mission in Deutsch-Südwestafrika, die bis 20.11.1910 besteht.
Heinrich Vedder beschwert sich bitter über die unmenschliche Behandlung von Ovaherero-Kriegsgefangenen. Er schreibt darüber folgendes: "Als ich 1905 nach Swakopmund kam, waren dort nur sehr wenige Herero anwesend. Bald kamen aber große Transporte von Kriegsgefangenen an. Dieselben wurden hinter einem doppelten Stacheldrahtzaun, der das umfassende Gebäude der Hafenamtswerft einschloss, in jämmerlichen, aus einfachen Sackleinen und Latten hergestellten Räumen untergebracht, und zwar so, dass in einem einzigen Raum 30 - 50 Personen ohne Unterschied des Alters und Geschlechts zu bleiben gezwungen waren. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend mussten sie an Werktagen als an Sonn- und Feiertagen unter den Knütteln roher Aufseher arbeiten, bis sie zusammenbrachen. Dabei war die Ernährung mehr als dürftig: Reis ohne jegliche Zutaten war nicht genügend, den durch das Feldleben geschwächten und an die heiße Sonne des Inneren gewohnten Körper die Kälte und ruhelose Anspannung alle Kräfte in der Swakopmunder Gefangenschaft ertragen zu lassen. Wie Vieh wurden Hunderte zu Tode getrieben und wie Vieh begraben. Das Urteil mag hart erscheinen, ... aber die Chronik darf nicht verschweigen, dass eine solche rücksichtslose Rohheit, geile Sinnlichkeit, brutales Herrentum sich hier unter der Truppe und Zivil breit machte, dass eine Übertreibung in der Beschreibung kaum möglich ist."
Der deutsche Obermatrose G. Auer schreibt in seinem Tagebuch: "Die Gefangenen wurden alsbald einem eingehenden Verhör unterzogen, wobei einer den anderen verriet. So fassten wir einige der Mörder, die zum Tode verurteilt und an den nächsten Bäumen aufgehängt wurden, zum warnenden Beispiel für ihre Stammesgenossen - einen Schuss Pulver waren die Verbrecher nicht wert."
19.01. Der Bau einer Telegraphenlinie von Windhoek nach Keetmanshoop über Rehoboth, Tsumis und Gibeon (492 km) beginnt unter der Leitung von Oskar Hoffmann (fertiggestellt am 26.05.1906). Dieses System wird später durch eine weitere Telegraphenlinie entlang des Eisenbahntelegraphen von Keetmanshoop nach Lüderitzbucht mit einer Stichlinie von Brackwasser nach Bethanien ergänzt.
23.01. Ein Gesetz über Mischehen nimmt Deutschen mit afrikanischen Ehepartnern die Bürgerrechte. Im Februar 1907 wird das auch durch die Römisch-Katholische Kirche sanktioniert: "Ehen zwischen Weißen und Schwarzen haben nicht den Segen der Kirche".
Mit Ausnahme des Ovambolandes, des Caprivizipfels und des Rehobothgebietes werden alle "Stammesgebiete" ohne Entschädigung konfisziert.
24.01. Hendrik Witbooi wird in dem Gefecht von Schürfpenz, zwischen Stamprietfontein und Lidfontein, verwundet.
28.01. Ein Gefecht zwischen Simon Koper und den Deutschen spielt sich in Urikuribis (!Uri!Khorobes) im Tal des Auobflusses, nördlich von Gochas, ab.

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Friedhof in Gochas: Gefecht von Urikuribis: 28.01.1905
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05.02. Es kommt zur Schlacht von Nunub, östlich von Schürfpenz , zwischen den Nama und den Deutschen unter Hauptmann Morath.
27.02. Das Postamt Epukiro wird eröffnet.
März Oberleutnant Gräff greift in Kaurama im Kaukauveld im Karakuwisa-Gebiet eine starke Gruppe von Ovaherero an, mit Verlusten auf beiden Seiten. Die Ovaherero weichen in Richtung der Gautscha-Pfanne zurück. Während die Deutschen auf Verstärkung aus Grootfontein warten, ziehen sich die Ovaherero in eine östliche Richtung zurück.
In Lüderitz entsteht das erste Hotel, das Lüderitz-Hotel.
02.03. Der Römisch-Katholische Priester Franz Jäger wird bei Aminuis erschlagen. Die Missionsstation Epukiro wird zerstört.
04.03. In einem Gefecht zwischen den Witbooi-Nama und einer kleinen deutschen Einheit in Klein Nabis werden alle Deutschen getötet.

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Friedhof in Gochas: Gefecht von Klein Nabis: 04.03.1905
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10.03. Hauptmann Georg Kirchner wird von Jakob Marengo in der Schlacht von Aob geschlagen und fällt.

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Die Großen Karas-Berge von Aob (Gaitsanes) her gesehen
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Deutscher Gedenkstein: Schlacht von Aob zwischen Jakob Marengo und Hauptmann Kirchner: 10.03.1905
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Abraham Morris wird in dem Gefecht von Garup von der Abteilung von Koppy von der Garup-Wasserstelle vertrieben.

11.03. In der Schlacht von Narudas (Räuber Heinrichs Platz) gegen drei deutsche Gefechtseinheiten unter Major Altwig Wilhelm Adolf Ernst von Kamptz und Hauptmann Friedrich von Erckert (der Oberbefehlshaber der Südfront, Oberst Berthold von Deimling befindet sich bei dieser Abteilung)(von Westen kommend), Hauptmann von Koppy (von Süden kommend) und Major von Lengerke (im Osten stehend) erleiden Marengo und Abraham Morris eine schwere Niederlage und entkommen in Richtung 5Khauxa!nas. Marengo wird während der Schlacht verwundet.

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"Räuber Heinrichss Platz (Narudas) oder Klip Fontein südwestlich von ||Khauxa!nas, möglicherweise Marengos Lager im Februar/März 1905
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Narudas-Ruinen: Blick nach Osten: Hier befanden sich Abraham Morris' Verteidigungsanlagen während der Schlacht von Narudas im März 1905
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Jakob Marengo, 1906
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Der deutsche Kriegsfriedhof von Narudas, der an die verschiedenen Schlachten und Gefechte zwischen der Schutztruppe und Jakob Marengo im Jahre 1905 erinnert
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Auszug aus Marengos Tagebuch - Interessant sind die Überschrift und das Datum

21.03. Die Deutschen ziehen mit ihrer Beute (ein drei Kilometer langer Wagenzug) in Richtung Keetmanshoop. Es kommt, trotz der schweren Verwundung Marengos, zu einem Gefecht zwischen Jakob Marengo und den Deutschen in Uchanaris, 60 km südöstlich von Keetmanshoop. Die Verluste der Deutschen sind größer als die in der Schlacht von Narudas, die Nama erobern einen großen Teil der Beute zurück.
25.03. Gefechte zwischen den Deutschen und den Ovaherero unter dem Befehl von Führer Andreas finden in Heusis im Khomas-Hochland und zwischen den Deutschen und Hendrik Witbooi in Aminuis statt.
April Es gibt erste Friedensverhandlungen zwischen der deutschen Seite und Marengo. Pater Johann Malinowski tritt als Vermittler auf.
In der Schlacht von Huams zwischen Cornelius Frederiks und Leutnant von Bülow erleiden die Deutschen Verluste.
02.04. Oberst von Deimling verlässt zeitweilig das Schutzgebiet.
07.04. Deutsche Truppen unter dem Befehl von Hauptmann Adolf Manger greifen die vereinten Namatruppen unter Hendrik Witbooi und Simon Koper in Nanibkobis, in der Nähe des Koaeibflusses (heute Olifantsfluss), an. Der Witbooiführer Salomon Saal verdurstet nach der Schlacht.
Jakob Marengo greift die deutsche Pferdewache unter Hauptmann d’Arrest bei Narudas an. Die Deutschen erleiden Verluste.
22.04. Lothar von Trotha fordert die Nama in Berseba auf, ihre Waffen niederzulegen, allerdings ohne Erfolg. Von Trothas Proklamation hat folgenden Wortlaut: "Der mächtige, große deutsche Kaiser will dem Volk der Hottentotten Gnade gewähren, dass denen, die sich freiwillig ergeben, das Leben geschenkt werde. Nur solche, welche bei Beginn des Aufstandes Weiße ermordet oder befohlen haben, dass sie ermordet werden, haben nach dem Gesetz ihr Leben verwirkt. Dies tue ich euch kund und sage ferner, dass es den wenigen, welche sich nicht unterwerfen, ebenso ergehen wird, wie es dem Volk der Herero ergangen ist, das in seiner Verblendung auch geglaubt hat, es könne mit dem mächtigen deutschen Kaiser und dem deutschen Volk erfolgreich Krieg haben. Ich frage Euch, wo ist heute das Volk der Hereros, wo sind seine Häuptlinge? Samuel Maharero, der einst Tausende von Rindern sein eigen nannte, ist gehetzt wie ein wildes Tier, über die englische Grenze gelaufen; er ist so arm geworden wie der ärmste der Feldhereros und besitzt nichts mehr. Ebenso ist es ist es den anderen Großleuten, von denen die meisten das Leben verloren haben, und dem ganzen Volke der Hereros ergangen, das teils im Sandfeld verhungert oder verdurstet, teils von deutschen Reitern getötet, teils von den Owambos ermordet ist. Nicht anders wird es dem Volk der Hottentotten ergehen, wenn es sich nicht freiwillig stellt und seine Waffen abgibt. Ihr sollt kommen mit einem weißen Tuch an einem Stock mit Eueren ganzen Werften, und es soll Euch nichts geschehen. Ihr werdet Arbeit bekommen und Kost erhalten, bis nach Beendigung des Krieges der große deutsche Kaiser die Verhältnisse für das Gebiet neu regeln wird. Wer hiernach glaubt, dass auf ihn die Gnade keine Anwendung findet, der soll auswandern, denn wo er sich auf deutschem Gebiet blicken lässt, da wird auf ihn geschossen werden, bis alle vernichtet sind. Für die Auslieferung an Ermordung Schuldiger, ob tot oder lebendig, setze ich folgende Belohnung: Für Hendrik Witbooi 5 000 Mark, Stürmann, der Witbooi-"Prophet" (auch Shepperd Stuurman) 3 000 Mark, Cornelius 3 000 Mark, für die übrigen schuldigen Führer je 1 000 Mark."
Infolge einer missverständlichen Auffassung dieser Proklamation, wird der Bondelswart-Gruppenführer Johann Christian, der mit seinen Leuten in Warmbad gefangengehalten wird, freigelassen. Er schließt sich sofort wieder dem Krieg gegen die Deutschen an.

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Deutsche Postkarte von der Hinrichtung von Nama-Soldaten in Gibeon, etwa 1905: Namibische Kinder und Frauen schauen zu
Copyright of Photos: Dr. Klaus Dierks

25.04. Die hölzerne Landungsbrücke in Swakopmund wird eröffnet. Der Landungsbetrieb an der Steinmole wird eingestellt.
26./27.04. Die vereinten Namatruppen unter Jakob Marengo und Cornelius Frederiks greifen die Deutschen unter von Kamptz in Ganams an. Die Deutschen erleiden Verluste.
Mai
Verschiedene Schlachten und Gefechte in der Umgebung von ||Khauxa!nas finden zwischen den Deutschen und Marengo statt.
Von Trotha überträgt seine Amtsgeschäfte an Oskar Hintrager, der die Pflichten des Gouverneurs des Schutzgebietes wahrnimmt.
Die deutschen Truppen haben immer noch eine Feldstärke von 14 500 aktiven Soldaten im Schutzgebiet.
02.05. Die Otavi-Eisenbahn erreicht die Station Onguati (km 177).
08.05. Es findet die Schlacht von Ganachab zwischen Cornelius Frederiks und den Deutschen unter von Koppy statt. Nach der verlorenen Schlacht muss Frederiks in Richtung Berseba fliehen.
13.05. Major von Estorff greift die vereinten Namatruppen unter Hendrik Witbooi und Simon Koper in Mukorob an.
17.05. Es kommt zur Schlacht von Auob zwischen von Estorff und den Witbooi- und den Fransman-Nama.
In dem Gefecht von Kowes fallen Oberleutnant Häring und sieben Reiter.

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Friedhof in Gochas: Gefecht von Kowes: 17.05.1905
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19.05. Jakob Marengo wird in dem Gefecht von Leukop nahe der britischen Grenze von den Deutschen unter dem Befehl von Hauptmann Franz Siebert geschlagen. Viele Nama flüchten auf britisches Gebiet, kehren jedoch einzeln wieder zurück.
23.05. Es kommt zur Schlacht von Auob zwischen von Estorff und den Witbooi- und den Fransman-Nama.
26.05. Die Schlacht von Gaos am Nabasfluss zwischen Cornelius Frederiks und von Koppy findet statt.
30.05. Der italienische König fungiert als Schiedsrichter in dem Grenzdisput zwischen Angola und Nord-Rhodesien über den Grenzverlauf zwischen dem Zambezi und dem Kwandofluss (auch Mashifluss genannt).
14.06. Der Missionar Wilhelm Eich erwähnt in einem Bericht an Heinrich Vedder, dass im Konzentrationslager Lüderitzbucht (Haifischinsel) 59 Männer, 59 Frauen und 73 Kinder umgekommen seien. Die kahle und windgeschüttelte Insel ist voll den Naturgewalten des Süd-Atlantiks ausgesetzt. Das Konzentrationslager ist von Stacheldraht umgeben und wird rund um die Uhr von der Schutztruppe bewacht. Für die Gefangenen gibt es keine festen Unterkünfte.
Zur gleichen Zeit wird der hochangesehene Ovaherero-Prediger, Samuel Kariko, in das Konzentrationslager deportiert, um dort Gottes Wort zu verkünden. Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg und als die Briten die deutsche Kolonie übernommen hatten, wird Kariko für das Blaubuch von 1918 interviewt ("Report on the Natives of South West Africa and Their Treatment by Germany: Presented to both Houses of Parliament by Command of His Majesty"), das die deutschen Menschenrechtsverletzungen während der Widerstandskriege der namibischen Gemeinschaften gegen die deutsche Kolonialmacht untersucht. Das Blaubuch gibt Karikos Erfahrungen folgendermaßen wider: "Ich wurde mit vielen Anderen auf eine Insel weit im Süden, bei Lüderitz, geschickt. Auf der Insel gab es Tausende von Herero- und Hottenttoten-Gefangenen. Wir waren gezwungen, dort zu leben. Männer, Frauen und Kinder lebten gedrängt zusammen. ... . Wir hatten keine entsprechende Kleidung, keine Decken und die nächtliche Seeluft war bitterkalt. Der feuchte See-Nebel durchtränkte uns und ließ uns die Zähne klappern. Die Menschen starben wie Fliegen, die man vergiftet hatte. Die Kleinkinder und ganz Alten starben zuerst, dann die Frauen und zum Schluss die schwächeren Männer. Kein Tag verging ohne zahlreiche Toten.".

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Die Haifischinsel: Eine Erinnerungsstätte auf der Insel erinnert nur an Ereignisse, die die deutsche Kolonialzeit in einem positiven Licht zeigen: Nichts (Stand: August 2002) erinnert an die über Tausend elendlich umgekommen namibischen Kriegsgefangenen - Männer, Frauen und Kinder - Opfer der deutschen Kolonialverwaltung im Haifischinsel-Konzentrationslager 1905-1907
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

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Haifischinsel: Gefangene und Bewacher auf der Gefängnisinsel: 1905
Copyright of Photos: Namibia National Archives

15.-17.06. Die Schlacht von Narus am Karebfluss, südlich von ||Khauxa!nas, zwischen den vereinten Truppen von Jakob Marengo und Jan Hendrik von den ||Hawoben und der deutschen Truppe endet mit Verlusten für die Deutschen.
Erneute Friedensverhandlungen zwischen den Deutschen und Marengo und Cornelius Frederiks scheitern wieder in ||Khauxa!nas, da die Deutschen, verursacht durch fehlende Koordination, die Namatruppen während des Waffenstillstandes.

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"Haus von Jakob Marengo" in ||Khauxa!nas: Mögliche Stelle der 1905-Friedensverhandlungen
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Marengos Haus: Mündliche Überlieferung erzählt, dass die Steinplatte auf der linken Seite der Tisch der 1905-Friedensverhandlungen war
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||Khauxa!nas: Das "Rechteckige Gebäude": Marengos Haus
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Warmfontein: Grab der Mutter von Johannes Louw, Ratgeber von Jakob Marengo: Karas Region: April 2003
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Warmfontein: Grab von Johannes Louw, Ratgeber von Jakob Marengo: Interessant ist die Tatsache, dass das Grab von Unbekannten "vandalisiert" wurde: Karas Region: April 2003
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

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Warmfontein: In direkter Nachbarschaft zu Johannes Louws Grab befinden sich einige unbekannte Nama-Gräber: eines könnte das seiner Nama-Ehefrau sein
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

02.07.
Der Gouverneur für Britisch-Bechuanaland Hamilton Goold-Adams führt mit Hauptmann Füsslein Verhandlungen über einen Tausch des östlichen Caprivizipfels zwischen dem Kwando und dem Zambezi gegen ein gleichgrosses Gebiet im nordwestlichen Ngamiland.
03.07. Jakob Marengo verwickelt die Deutschen in ein Gefecht bei Wasserfall.
06.07. Bedingt durch den eskalierenden Krieg im Süden genügt die kürzlich fertiggestellte Landungsbrücke nicht mehr den kriegsbedingten Verkehrserfordernissen. Es wird sehr schnell der Bau einer weiteren Landungsbrücke (167 m lang, 8 m breit ) in Lüderitz erforderlich.
August Die deutschen Zeitungen Vorwärts und Leipziger Volkszeitung verurteilen die Grausamkeiten der deutschen Truppen und die Unterdrückung der Ovaherero und der Nama. Sie fordern die Entlassung von von Trotha.
05.08. Abraham Morris greift die Deutschen in Wortel (Nomaos) an.
08.08. Eine neue Bergbau-Verordnung tritt in Kraft.
24.08. Die Otavi-Eisenbahn von Swakopmund wird bis Omaruru dem Verkehr übergeben.
03.09. Cornelius Frederiks wird in der Schlacht von Ai-Ais geschlagen. Er zieht den Fischfluss herunter zum Oranje und von dort in die Großen Karasberge, wo er sich mit Marengos Truppen vereinigt.
06.09. Eine neue Telephonlinie von Windhoek nach Gobabis wird in Gebrauch genommen.
13.09. In der Schlacht von Nubib in den Zarisbergen kämpfen die vereinten Ovaherero und Namatruppen unter dem Befehl des Ovahereroführers Andreas gegen die Deutschen unter Georg Maercker.
Es kommt zu einem Gefecht in Guigatsis zwischen Abraham Morris und den Deutschen.
15.09. In Nochas findet eine Schlacht zwischen Jakob Marengo und  Johannes Christian und den Deutschen unter von Erckert statt. Nach der Schlacht ziehen Marengo und Christian weiter nach Süden. Auf dem Wege zum Oranje greifen sie eine deutsche Nachschubkolonne in Naruchas, südwestlich von Kalkfontein-Süd (Karasburg), an.
23.09. Jakob Marengo greift erneut die Deutschen in Oas an.
28.09. Jakob Marengo und Johannes Christian greifen Heirachabis an.
Der Rheinische Missionar, Kuhlmann, berichtet, dass sich in dem Konzentrationslager auf der Haifischinsel 487 Ovaherero-Kriegsgefangene befänden, die in einer sehr schlechten Verfassung wären.
Die südafrikanische Zeitung Argus berichtet über die Grausamkeiten der deutschen Kolonialverwaltung auf der Haifischinsel. Der südafrikanische Transportfahrer, Percival Griffith, berichtet: "Die meisten der Kriegsgefangenen, die die Arbeitsbrigaden in Angra Pequeña bemannen, sind von Swakopmund hierher verbracht worden. Es gibt Hunderte von ihnen, meistens Frauen und Kinder und ein paar alte Männer. Es gibt Kleinkinder und Babies unter ihnen. Kinder im Alter von fünf Jahren werden zu harter Arbeit gezwungen und werden genauso wie ihre unglücklichen Eltern misshandelt ... Frauen und Kinder, die nur aus Haut und Knochen bestehen, müssen schwere Lasten von Sand und Zement bewegen. Die Traglasten stehen in keinem Verhältnis zu ihrer Körperstärke. Immer wieder habe ich Frauen und Kinder niederstürzen sehen. Wenn sie fallen, werden sie vom befehlshabenden Soldaten mit voller Kraft ausgepeitscht, bis sie wieder aufstehen."
Oktober Hendrik Witbooi greift Kirris Ost an, wird allerdings zurückgeschlagen und muss flüchten.
Das Postamt Otavi, das im Januar 1904 kriegsbedingt geschlossen worden war, wird wiedereröffnet.

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Kriegsgräber Deutscher Soldaten von den verschiedenen Schlachten und Gefechten gegen Hendrik Witbooi im Nama-Deutschen Widerstandskrieg von 1904/1905 in Kub: Hardap Region
Copyright of Photos: Dr. Klaus Dierks

06.10. Marengo und Christian zerstören den deutschen Beobachtungsposten auf Jerusalem, südlich von Heirachabis. Von dort ziehen sie zum Oranje, wo sie den Grenzposten Schuitdrift (Naob) (Groendorn) anfallen (10.10.).
13.10. Die neue Landungsbrücke in Lüderitz wird fertiggestellt. Sie dient bis 1925 der Verschiffung aller aus- und eingehender Güter und wird heute noch als Mole für Fischkutter gebraucht. Zum Bau werden Zwangsarbeiter vom Konzentrationslager auf der Haifischinsel herangezogen.
24./25.10. In der Schlacht von Hartebeestmund nahe Pelladrift am Oranje gegen Jakob Marengo und Johannes Christian erleiden die Deutschen wiederum Verluste (je drei Offiziere fallen und sind verwundet und 14 Soldaten fallen, 35 sind verwundet).
29.10. Hendrik Witbooi fällt im Kampf in Vaalgras (Koichas). Er stirbt nach 15 Minuten nachdem er zu Pferde angeschossen worden war. Mit ihm fällt ein Mitglied seiner Familie, Petrus Jod (geboren 27.12.1863). Hendrik Witboois Nachfolger wird sein Sohn Isaak Witbooi, auch !Nanseb #Kharib !Nansemab genannt. Isaak zieht sich nach Naosanabis (heute Leonardville, benannt nach dem N.G.-Pastor Edward Leonard) zurück.

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Hendrik Witboois letztes Photo (vermutlich Anfang 1904 aufgenommen: siehe die deutschen Farben "schwarz-weiß-rot" an seinem linken Arm (vielleicht retuschiert ?))
Copyright of Photos: Dr. Klaus Dierks

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Gräber der Witbooi-Dynastie auf dem Gibeon-Friedhof: Gedenkstein für Hendrik Witbooi
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

Marengo mit den Bondelswarts, Ovaherero und anderen namibischen Gruppen, sowie Cornelius Frederiks (Bethanien-Nama) und Simon Koper (Fransman-Nama), setzen den Kampf fort. Marengo und Christians bekämpfen die Deutschen von ihren Stützpunkten in den unzugänglichen Gebirgen am Oranje und dehnen ihre Überfälle bis nach Warmbad aus (bis Anfang März 1906).
Es findet die Schlacht von Arahoab (heute Aranos) zwischen Nama und Deutschen unter Hauptmann Konrad von Klitzing statt.

November Das Postamt Gochas wird wiedereröffnet.
Eine Rinderpestepidemie bricht aus.
02.11. Versprengte Witbooi-Nama greifen eine deutsche Patrouille bei Kirris Ost an.

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Deutscher Kriegsfriedhof in Koës: der Gedenkstein erinnert an die verschiedenen Gefechte zwischen Januar und Oktober 1905 in der Umgebung von Koës
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Deutscher Kriegsfriedhof in Koës: Gefecht von Kirris Ost am 02.11.1905 zwischen versprengten Witbooi-Nama und den Deutschen
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19.11. General von Trotha kehrt nach Deutschland zurück. Sein Nachfolger wird Berthold von Deimling, der noch in Deutschland weilt. Kommissarischer Befehlshaber bis zur Rückkehr von Deimlings (1906) ist Oberst Friedrich Theodor Dame.
20.11. Der Witbooi-Nama Samuel Isaak ergibt sich Georg Maercker in Berseba. Andere Namagruppen wie der ||Hawobenführer Jan Hendrik folgen.
26.11. Der deutsche Kaiser Wilhelm II ordnet die ersatzlose Beschlagnahmung des Eigentums der meisten namibischen Gemeinschaften an.
28.11. Friedrich von Lindequist wird neuer Gouverneur.
Dezember Okowakuatjiwi (später in Kalkfeld umbenannt) wird vermessen. Die ersten Einwohner sind Wilhelm Wolf und Ludwig Kähler.
01.12.
Von Lindequist fordert die Ovaherero auf, in Frieden zurückzukehren und sich den Deutschen zu ergeben. Die Rückkehr soll mit Vermittlung der deutschen Missionare erfolgen. Die heimkehrenden Ovaherero sollen sich in Otjihaenena (Okatumba)(Missionar Diehl) und Omburo (nahe Omaruru)(Missionar Kuhlmann) versammeln. Weitere Konzentrationslager werden in Otjosazu und später auch in Otjosongombe eingerichtet. Nikanor Hoveka gelingt es, in Otjihaenena zu überleben.
Die Rede Lindequists an die gefangenen Ovaherero in Swakopmund übersetzt Heinrich Vedder von der Rheinischen Missionsgesellschaft Satz für Satz: "Ihr habt nun die Möglichkeit, Botschaften aus zu senden, dass Alle [sich noch im Feld befindenden Ovaherero] sich ergeben sollten. Faire Behandlung wird ihnen zugesichert. ... Ich kann euch auch zusichern, dass Alle, die sich wohl verhalten, gut behandelt werden sollen". Mit "Wohlverhalten" meint von Lindequist die Unterwerfung unter das System von Zwangsarbeit in den Ovaherero-Konzentrationslagern. Es ist nicht genau geklärt, wo sich das Konzentrationslager (oder die Lager) befunden haben. Anfänglich war wohl eines beim Hafen am offenen Strand und später befand sich ein Größeres nördlich von der Staatseisenbahn-Station. Schätzungen zufolge starben insgesamt zwischen 2 250 und 2 750 Ovaherero-Kriegsgefangene (Männer, Frauen und Kinder) in den Swakopmund-Lagern zwischen 1905 und 1908. Wo die Toten begraben wurden, ist nicht genau bekannt. Möglicherweise ruhen sie auf dem "Alten Friedhof" zwischen dem Swakop im Süden und Kramersdorf im Norden.
Manasse !Noreseb Gamab aus Hoachanas (!Hoaxa!nâs), Alliierter von Hendrik Witbooi, fällt in der Schlacht von Gubuoms (!Gu-!oms), südöstlich von Aminuis. Nach Kai
5khaun-Überlieferung enthaupten die Deutschen Manasse und bringen seinen Kopf nach Deutschland. Die Kai||khaun aus Hoachanas bekommen erst 1922 (bis 1936) wieder einen Gruppenführer (!Hoëb ||Oasmab (alias Fritz Lazarus ||Oaseb)).

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Der Kai5khaun_Heldengedenktag (05.12.2004): Tod von Gruppenführer Manasse !Noreseb Gamab gegen die Deutschen am 01.12.1905 in Gubuoms: Ehrengast: Klaus Dierks (Rechtes Photo: Karen Dierks, geb. von Bremen zur Rechten): Hardap-Region
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Der Kai5khaun_Heldengedenktag (05.12.2004): Tod von Gruppenführer Manasse !Noreseb Gamab gegen die Deutschen am 01.12.1905 in Gubuoms: Ehrengast: Klaus Dierks mit Pastor Markus Kooper: Hardap-Region
Copyright of Photos: Jürgen Leskien

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Der Kai5khaun_Heldengedenktag (05.12.2004): Tod von Gruppenführer Manasse !Noreseb Gamab gegen die Deutschen am 01.12.1905 in Gubuoms: Die Enthüllung eines Gedenksteines für alle Kai5khaun-Gruppenf ührer seit 1695 am Grabe von Manasse !Noreseb Gamab

15.12. Der deutsche Reichstag autorisiert die nötigen Mittel, um eine Eisenbahnlinie von Lüderitz ins Inland zu bauen. Die neue Bahnlinie würde die Transportkosten von 30 Mark pro 500 kg auf 9 Mark reduzieren.

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Garub-Station an der Aus-Lüderitz Eisenbahnlinie (im Augenblick als Neubaulinie im Bau), die zwischen Dezember 1905 und November 1906 gebaut wurde: 30 km westlich von Aus: Karas Region
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Die "Garub-Wasser-Eisenbahn", die das Wasser für den Bau der Aus- Lüderitz-Bahn antransportierte: mit dem Schriftsteller Jürgen Leskien: August 2002: Karas Region
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Die "Garub-Wasser-Bahn":  Karas Region
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17.12. In der Schlacht von Toasis, südlich von Aminuis, zwischen Simon Koper und den Deutschen unter Major von der Heyde fällt Hauptmann Kliefoth.
26.12. Der deutsche Kaiser Wilhelm II erlässt die offizielle Proklamation über die entschädigungslose Enteignung der meisten Stammesgebiete.
27.12. Der Bau der neuen Eisenbahnlinie von Lüderitz nach Aus beginnt. Die Deutsche Kolonial Eisenbahn Bau und Betriebs Gesellschaft übernimmt die Bauausführung des Projektes. Bauleiter ist Sönke Nissen.
Die Eisenbahnlinie wird mit Hilfe von Zwangsarbeitern des Konzentrationslagers auf der Haifischinsel gebaut. Die Bau-Statistiken geben ein erschütterndes Bild: Von 2 014 Zwangsarbeitern, die zwischen Januar 1906 und Juni 1907eingesetzt wurden, kommen 1 359 um. Das entspricht einer Sterblichkeitsziffer von 67%. Auf jeden hundert Metern der Eisenbahnlinie von Lüderitzbucht nach Aus liegt ein toter Insasse des Konzentrationslager auf der Haifischinsel.
28.12. Major von Estorff übernimmt seinen neuen Posten in Warmbad. Seine Hauptaufgabe ist es, die Transportrouten zwischen Lüderitz und Keetmanshoop zu sichern.
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[Inhaltsverzeichnis]

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