1911 Die 1911 durchgeführte Volkszählung ergibt, dass 15 130 Ovaherero von ursprünglich etwa 80 000 (um 1900 herum) und 9 781 Nama von ursprünglich etwa 20 000 noch leben (weiterhin 18 613 Dama und 4 858 San, die Volkszählung wurde nicht im Ovamboland durchgeführt). Eine Schätzung für 1912 ergibt, dass wieder 19 721 Ovaherero im Schutzgebiet wohnhaft sind. Es muss hier jedoch erwähnt werden, dass die Quelle für die Volkszählung unklar ist und durch weitere Forschungen verifiziert werden muss. Es muss auch gesagt werden, dass es offensichtlich keine genauen Statistiken für die umgekommenen Ovaherero und Nama gibt. Zahlen, die von Historikern gebraucht werden, richten sich nach dem, was sie mit diesen beweisen wollen.
Die Afrika-Marmor-Kolonialgesellschaft beginnt mit der Produktion in Karibib.
Wolfram-Erzvorkommen werden vom Minenprospektor Hansen von der DKGSWA in der Natas-Mine, die zuerst von Jonker Afrikaner für den Kupferbergbau betrieben wurde, entdeckt. Vor dem Ersten Weltkrieg beginnt keine Produktion.
Die erste englischsprachige Zeitung The Windhoek Advertiser erscheint.
In Keetmanshoop erscheinen die Keetmanshooper Nachrichten (bis März 1912).
Die erste Telephon-Farmlinie von Okahandja nach Ombirisu wird eröffnet.
Die Eisenbahnlinie von Keetmanshoop über Windhoek nach Karibib wird in der breiteren Kap-Spurweite fertiggestellt (697 km).
König Nande vom Uukwanyamagebiet im Ovamboland stirbt. Sein Nachfolger wird König Mandume ya Ndemufayo (1911-1917). Mandume stammt nicht in direkter Linie vom Uukwanyama-Königshaus ab.
Maudslay Baynes erforscht den bisher unvermessenen und kaum bekannten Unterlauf des Kunene. Die Baynes-Berge, westlich der Epupa- Fälle, werden später nach ihm benannt.

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Blick von den Epupa-Fällen auf die Baynes-Berge im Hintergrund
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

Die Regierung unternimmt erste Studien um Talsperren im Schutzgebiet zu bauen. Im Fischfluss-Auffanggebiet werden vier Talsperren untersucht: Kooates (bei Hardap) nördlich von Mariental, Kokerboomnaute südlich von Gibeon, Hons südlich von Seeheim und im Heinarichab Rivier (Hei!arixab Rivier) östlich von Berseba.
Das Hauptpostamt in Windhoek wird vergrößert und mit Telegraphen- und Fernsprecheinrichtungen versehen. Es versieht seinen Dienst bis 1953. Hier werden auch zum ersten Mal Postfächer eingerichtet.

16.01.


Victor Gunter Egbert von Frankenberg und Proschlitz wird der neue Distriktschef für den Caprivizipfel. Der Caprivizipfel fällt ab jetzt unter das Polizei-Resort von Südwestafrika und nicht mehr unter die Verwaltung der Schutztruppe. Frankenberg schlägt vor, die Distrikshauptstadt des Caprivizipfels von Schuckmannsburg nach Katima Mulilo zu verlegen, weil Katima Mulilo außerhalb der Überschwemmungsebene des Zambezi läge und auch gesünder als Schuckmannsburg sei. Auch dieser Vorschlag wird von der Regierung in Windhoek abgelehnt.
27.01. Johann Wilhelm Redecker stirbt in Otjimbingwe
10.03. Das Postamt Gochaganas wird wiedereröffnet.
Mai Der spanische Professor Joaquin Fernandez Prida verkündet sein Urteil in dem Walvisbucht-Grenzkonflikt und bestätigt die britische Version (Wreys vermessene Grenze).
16.06. Die Nord-Süd Eisenbahnlinie ist ab Keetmanshoop bis zur Station Gibeon fertiggestellt.

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Eisenbahnbrücke: Asab-Rivier: Hardap Region
Copyrigth of Photos: Dr. Klaus Dierks

Juli Immer noch gibt es zahlreiche Ovaherero, die sich, als Folge des Ovaherero-deutschen Krieges 1904 bis 1906 als Flüchtlinge in unzugänglichen Teilen des Schutzgebietes verbergen. Ein Beispiel möge für viele andere dienen: Nach dem Ausbruch des Krieges gründen zwei Ovaherero-Männer aus Grootfontein, Kandiapu und Kanjemi, eine Widerstandsgruppe von etwa 200 Ovaherero am Omuramba Omatako im Otjituuo-Gebiet. Von ihren Basen im Sandveld überfallen sie Farmen in der Umgebung von Grootfontein. Kanjemi wird bald der "Kapitän des Sandveldes" genannt. Nach vielen Versuchen gelingt es den Deutschen, Kanjemi, Kandiapu und andere Gefolgsleute gefangen zu nehmen. Kanjemi wird zum Tode durch den Strang verurteilt. Kandiapu stirbt im Gefängnis von Swakopmund am 13.11.1911, nachdem er zu fünf Jahren Gefängnis mit harter Arbeit verurteilt worden war.
August Frankenberg durchquert zum ersten Mal den westlichen Caprivizipfel. Er erreicht Andara, wo er erfährt, dass das Tswana-Volk die Gemeinschaften der Mbukushu und der Gciriku unterdrücke. Der Mbukushuführer Diyeve ersucht um besseren deutschen Schutz. Daraufhin richtet Arno Hupel eine Station in der Nähe von Diyeves Residenz, auf der Insel Tanhwe im Okavango ein, nicht weit von Andara. Hupel ersucht außerdem die deutsche Regierung, auf die Portugiesen einzuwirken, das Fort Mucusso, das illegal auf deutschem Gebiet errichtet worden war, nach Angola zu verlegen.
Dezember Die Nord-Süd Eisenbahnlinie ist ab Windhoek bis zur Rehoboth-Station fertiggestellt. Auf dem Südabschnitt wird die Bahnlinie bis Mariental eröffnet.
02.12. Die Swakopmunder Zeitung (1. Swakopmunder Zeitung) wird von den Herren Peters und Stolz gegründet. Sie verschmilzt ein Jahr später mit der Deutsch-Südwestafrikanischen Zeitung.
14.12. Für den Funktelegraphendienst nach Übersee wird ein 85 m hoher Funkturm bei der Radiostation Swakopmund eingeweiht.
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[Inhaltsverzeichnis]

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