1925 Im Rehoboth-Gebiet leben neben 3 500 Baster etwa 2 500 "Schwarze" und 30 "Weiße". Im Gebiet wird wildes Siedeln erlaubt. Es ist auch Zufluchtsort für landlose "schwarze" Viehzüchter. Diese Kombination birgt neben den Unabhängigkeitsbestrebungen der Baster den Zündstoff für die Baster-Rebellion von 1925.
Die Rehoboth Baster lehnen sich gegen Versuche auf, ihre Autonomierechte auf Grund von Proklamation Nr. 31 von 1924 zu beschneiden.
Die Native Labour Proclamation No. 6 of 1925 (Eingeborenen-Arbeits-Proklamation Nr.  6 von 1925) gibt dem Administrator für SWA spezielle Vollmachten, "schwarze" Arbeit in SWA zu regulieren.
Die Garveyismus-Bewegung verliert zunehmend an Einfluss.
Der Prospektor H. Heiberg von der O.M.E.G. studiert wieder die Kupfervorkommen der Gorob- und Hope-Minen. Weitere Entwicklungen finden jedoch nicht statt.
Ab 1925 bis 1928 wird Vanadium im Übertagebau in der Berg Aukas-Mine abgebaut.
Bergbauprodukte betragen 80% und landwirtschaftliche Güter 15% der totalen Exporte.
In Omaruru wird die erste Molkerei des Landes in Betrieb genommen.
05.04. Die südafrikanische Luftwaffe droht, Rehoboth anzugreifen. Da die Baster keinen Widerstand leisten, kommt es nicht zu Blutvergießen. Die Baster ergeben sich bedingungslos. Die Südafrikaner stellen das Rehobothgebiet unter Kriegsrecht. 632 Baster (289), Ovaherero (218), Nama (70) und Dama (50) werden festgenommen. Johannes und Samuel Beukes werden mit 42 anderen Baster vor ein südafrikanisches Erschießungskommando gestellt, werden jedoch in letzter Minute durch das Eingreifen des Völkerbundes gerettet.
Nach der Niederwerfung des Aufstandes geht die SWA Administration dazu über, alle Ovaherero aus dem Rehoboth-Gebiet auszuweisen. Einer der Ovaherero-Führer, Festus Kandjou, beschwert sich später, dass die Ovaherero "sogar ihr Vieh zurücklassen mussten".
26.05. Die SWA Wissenschaftliche Gesellschaft wird gegründet.
01.06. Hosea Kutako wird als Seniorführer aller Ovaherero und als Führer des Herero-Rates der Stammesführer (Herero Chiefs’ Council) gewählt. Er behält diese Positionen bis zu seinem Tode im Jahre 1970.
05.08. Südwestafrika bekommt eine neue Verfassung mit beschränkten Autonomierechten. Der South West Africa Constitution Act, No. 42 of 1925 (Südwestafrika Verfassungs-Gesetz, Nr. 42 von 1925) erteilt gesetzgeberische Vollmachten einer "weißen" Gesetzgebenden Versammlung. Der SWA Administrator, der sowohl im Exekutivkomitee als auch in der Ratgebenden Versammlung die Macht hat, vertritt voll die Interessen Pretorias.
27.08. Die Omaruru Politische Gemeinschaft wird von S. Proctor geformt. Sie wird später in die Wirtschafts-Partei umgewandelt. Weitere Interessengemeinschaften entstehen in Otjiwarongo, Karibib und Okahandja.
September Vita Tom empfängt den Besuch von Deneys Reitz in Otjiyandjasemo.
Es gibt durch den Treck einer Gruppe von Ovaherero von Outjo nach Norden einigen politischen Aufruhr im Kaokoveld. Die Gruppenführer dieser Gemeinschaft sind Langman Tjihahura, Jonas Tjivikwa, Hiaukambe Turitijo und Johannes Muzuma. Die Gruppe lässt sich in Okawao, Otjohaka, Omawatinda, Onaiso, Otjikuvare und Otjomumborombonga nieder. Die unsichere Situation im Kaokoveld verschärft sich weiterhin durch den Machtstreit zwischen dem Ovatjimba-Führer Kahewa-Nawa und seinem Neffen Weripaka. Als Folge dieser Streitereien suchen die Anhänger von Kahewa-Nawa Unterstützung bei Tom Vita.
27.09. Die Finnische Missionsgesellschaft ordiniert die ersten "schwarzen" Pastoren im Ovamboland. Vor 1925 gab es in Namibia nicht einen einzigen "schwarzen" Pastor.
09.12. Der Administrator von SWA, Hofmeyr, besucht das Kaokoveld.
Dezember Um dem chronischen Arbeitskräftemangel in SWA zu begegnen, wird auf der Konferenz
von Windhoek
die Schaffung von zwei Rekrutierungbüros für Wanderarbeiter aus dem
Norden ins Leben gerufen: Die Southern Labour Organisation (SLO) für Arbeitskräfte aus dem Ovamboland für die Diamantenminen im Süden und die Northern Labour Organisation (NLO) für Arbeitskräfte aus dem Kavango für die nördlichen Minen und für "weiße" Farmen. Die Witwatersrand Native Labour Association (WNLA) unterhandelt mit der NLO über die Anwerbung von Arbeitskräften für die Goldbergwerke am Witwatersrand. Örtliche "weiße" Farmer opponieren solche Versuche, aus Angst selbst nicht genügend Kontraktarbeiter zu finden.
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