1926 Die Permanente Mandats-Kommission des Völkerbundes protestiert gegen südafrikanische Rassengesetze wie das Colour Bar Law, 1926, die auf SWA ausgedehnt werden.
3 400 "Weiße" leben in Windhoek. Alle Kinder, egal welcher Hautfarbe, die nach dem 01.07.1926 geboren werden, sind automatisch Britisch-Südafrikanische Bürger.
Jacobus Kasparus Botha, dessen Familie in Windhoek seit 1891 lebte, legt mit 300 Häftlingen aus dem Windhoeker Gefängnis die Gärten und Parkanlagen um den Tintenpalast herum an.
Eine neue Grenz- und Wasser-Kommission wird zwischen Südafrika und Portugal gebildet, um die Kunenegrenze endgültig festzulegen.
Neue Überdruck-Briefmarken (Überdrucke paarweise in den zwei offiziellen Sprachen auf südafrikanischen Briefmarken, mit südafrikanischen Bildmotiven) werden für SWA herausgegeben.
Der Hafen von Walvisbucht wird durch den Bau einer neuen Stahlbeton- Hafenmole (457 m) und mit zusätzlichen Hafenkränen sowie Cargo-Umschlagsanlagen weiter ausgebaut.
Im Kavango stirbt König Mbuna. Seine Nachfolgerin wird die Königin Kanuni (bis 1941 und dann wieder ab 1958 bis zum Jahre 1971).
Die Römisch-Katholische Kirche gründet neue Missionsstationen in Tondoro im Kwangaligebiet im Kavango, Mariabronn bei Grootfontein und in Walvisbucht. Im gleichen Jahr breitet die Finnische Missionsgesellschaft ihre Aktivitäten in den Kavango aus.
Die deutschen lutherischen Kirchengemeinden werden unter der Deutschen Evangelischen Lutherischen Synode unter einem Landesprobst vereinigt. Pastoren für die deutschsprachigen Gemeinden kommen aus Deutschland. Diese Praxis ist nur in größeren Gemeinden wie Windhoek, Keetmanshoop, Swakopmund, Omaruru oder Otjiwarongo möglich. Kleinere Gemeinden werden von den Missionaren der Rheinischen Missionsgesellschaft bis in die 1960iger Jahre versorgt.
Die CDM beginnt den systematischen Abbau von Diamanten in Elisabethbucht. Die Förderungen werden bis zur großen Weltwirtschaftskrise in den dreißiger Jahren fortgesetzt.
17.01. Administrator Hofmeyr erlässt Bestimmungen über die Anwerbung und Verträge mit "schwarzen" Wanderarbeitern.
28.01. Die Unions Partei wird in Südwest Partei (South West Party/Suidwes Party) umbenannt.
Februar Als Resultat des Besuches des Administrators in das Kaokoveld im Dezember 1925 gründen die südafrikanischen Polizeioffiziere H.E.F. Hillebrand und Fred Cogill eine Polizeistation in Swartbooisdrift am Kunene. Cogill baut eine Straßenspur von Swartbooisdrift nach Ruacana. Der letzte südafrikanische Polizist, der in Swartbooisdrift stationiert ist, Petrus Johannes van Eck, stirbt am 01. April 1939 und ist hier begraben.
Der Bau von modernen Diamantgewinnungsanlagen beginnt in Elisabethbucht. Sie werden im Oktober 1926 in Betrieb genommen. Erste Diamantenförderungen gab es bereits vor 1920 durch die Koloniale Bergbau-Gesellschaft. Zwischen 1926 und 1931 werden 1,25 Millionen Karat Diamanten gefördert.
01.02. Die Südwest Partei und die NPSWA formen einen Wahlpakt mit dem Ziel, dem Deutschen Bund (DB) entgegenzuarbeiten.
März Der Administrator für SWA Gysbert Reitz Hofmeyr wird von dem neuen Administrator A.J. Werth abgelöst.
April Die Eisenbahnbrücke über die Swakopmündung wird dem Verkehr übergeben (sie wird durch ein Hochwasser am 15.01.1931 zerstört).
25.05. Es finden die ersten Wahlen zur "weißen" Gesetzgebenden Versammlung statt, mit sieben Sitzen für den DB, drei Sitzen für die NPSWA und zwei Sitzen für unabhängige Kandidaten. Administrator Werths Reaktion ist "dass keiner Partei erlaubt werden soll, zu dominieren". Aus diesem Grunde nominiert er vier südafrikanische- und zwei deutsche Mitglieder in die Gesetzgebende Versammlung. Peter Müller vom DB schlägt vor, deutsch als offizielle Sprache in Südwestafrika anzuerkennen, was zu bitteren Meinungsverschiedenheiten führt.
01.06. Die Grenz- und Wasser-Kommission beginnt mit ihrer Arbeit.
18.06. Die erste Sitzung der neu gewählten Gesetzgebenden Versammlung findet in Windhoek statt. Der südafrikanische Premierminister General Hertzog sendet ein Telegramm an die Versammlung und setzt sich für einen"Geist der Zusammenarbeit" und für "Nationale Einheit" zwischen den "weißen" Mitgliedern der Versammlung ein. Im Geiste dieser "Politik der nationalen Versöhnung" und um die Deutschsprachigen in das neue "südafrikanische" SWA zu integrieren, stellt das Mitglied August Stauch den Antrag, das "Blaubuch von 1918 zu zerstören". Der Führer der Südwest Partei in der Versammlung, Diederick William Ballot, unterstützt diesen Antrag (der Antrag wird am 29.07.1926 einstimmig von der Gesetzgebenden Versammlung angenommen). Auch die Rheinische Missionsgesellschaft befürwortet die Eingabe.
22.06.
Das Kapstadt-Abkommen über den Grenzverlauf zwischen dem Mandatsgebiet von Südwestafrika und Angola bestimmt, dass die Ruacana-Wasserfälle die korrekte Position für die Bestimmung der cut-line border zwischen Angola und SWA darstellen. Die Neutrale Zone von 1915 bleibt in Kraft bis die neue Grenze markiert ist. Die Grenzmarkierung hat durch eine Südwestafrika-Angola-Grenz-Kommission zu erfolgen.
31.07.
Eine neue Zeitung erscheint in Windhoek (bis 30.10.1926): Der Arbeitnehmer: Volksblatt: Mitteilungen der Arbeitnehmer-Verbände Süd-West-Afrikas.
20.09. Eine offizielle Untersuchungskommission unter Jacob de Villiers, über die Ereignisse in Rehoboth im April 1925, legt ihren Bericht vor. Als Ergebnis bildet sich eine Baster Ratgebende Versammlung von sechs Mitgliedern, die den örtlichen Magistrat unterstützen soll. Die Permanente Mandats-Kommission des Völkerbundes stellt fest, dass die Baster keinen Anspruch auf Unabhängigkeit haben.
19.10. Der finnische Missionar Martti Rautanen stirbt in Olukonda.
28.10. Das erste Handelsschiff legt an der neuen Hafenmole in Walvisbucht an.

Namibia.Owambo.Oshikoto.Olukonda_6.jpg (91074 bytes)

Das Grab des Finnischen Missionars Rautanen (Nakambale) in Olukonda (Ovamboland)
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

WB00823_.GIF (134 bytes)

[Inhaltsverzeichnis]

forward.GIF (132 bytes)