1939 Die SWA Administration erlässt die Eingeborenentreuhandfonds-Proklamation Nr. 23 von 1939 (Natives Trust Fund Proclamation, No. 23 of 1939), die die Schaffung von Treuhandfonds für die Ovaherero, Nama und Dama zur Folge hat.
Das Amt eines Beamten für Eingeborenenangelegenheiten im Kaokoveld wird geschaffen.
Siebzehn "Eingeborenenreservate" mit einer totalen Fläche von 23 000 Quadrat-Meilen        (60 000 km2)(7% der totalen Landoberfläche von SWA) sind bis jetzt geschaffen worden.
Diese Reservate widerspiegeln ähnliche Probleme für die namibischen Bewohner wie entsprechende Versuche der deutschen kolonialen Verwaltung. Sie verkörpern kleine von einander isolierte und weit über das Land verstreute Landinseln mit geringem wirtschaftlichem Potential. Diese Politik der "Eingeborenenreservate" bereitet den Boden für die spätere südafrikanische Ideologie der Apartheid vor, basierend auf politischer Trennung und wirtschaftlicher Ausbeutung der namibischen Gemeinschaften. In der territorialen Entwicklung von SWA spielen sie eine negative Rolle. Der wirtschaftliche Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg bedingt eine Steigerung in der städtischen "schwarzen" Bevölkerung (Urbanisierung).
Der Ondonga-König Martin Nambala yaKadhikwa rebelliert mit Waffengewalt gegen die SWA Administration. Drei Kriegsflugzeuge beenden die Rebellion.
Es gibt Streiks von Ovambo-Kontraktarbeitern in zwei Bergwerken.
Drei deutsche Zeitungen (Allgemeine Zeitung (AZ), Deutsch-Südwestafrikanische Zeitung und die Swakopmunder Zeitung) verschmelzen zu einer neuen Tageszeitung, dem Deutschen Beobachter, der von der NSDAP kontrolliert wird.
Das gesamte Kronland von SWA ist an "weiße" Farmer verteilt worden.
Die Zinnvorkommen bei Uis werden in einer neuen Produktionsanlage mit einer Produktionskapazität von 30 t täglich verarbeitet (bis 1990). Zinn wird auch in Neineis (bis 1986), Kohero, Sandamap, Paukwab, Thelma-Mine und Otjimboyo abgebaut.
A.M. Barnard wird der erste Beamte im Stammesbüro von Ohopoho im Kaokoveld.
14.01. Der Deutsche Südwest Bund hält eine Versammlung in Windhoek ab, wo ein starker Protest gegen eine Eingliederung von SWA in die Union von Südafrika und gegen die automatische Naturalisierung geäußert wird.
23.01. Theo-Ben Gurirab wird in Usakos geboren.
08.02. Die interne Kluft in der deutschsprachigen Gemeinschaft wird durch eine Spaltung im Deutschen Südwest Bund und der Gründung der Anti-Nazi Deutschen Afrikanischen Partei (Parteiführer: Martin Maier), der nur Deutsche mit südafrikanischer Staatsangehörigkeit beitreten können, verschärft. Eine weitere Anti-Nazi-Partei ist die Volksdeutsche Gruppe, die kurz nach der Gründung der Deutschen Afrikanischen Partei ins Leben gerufen wurde. Weitere Anti-Nazi-Bestrebungen werden durch die Verbreitung von "Freiheitsbriefen" manifestiert, die unseriösen Machenschaften der verschiedenen Pro-Nazi-Gruppierungen anprangert. Da die "Freiheitsbriefe" auch persönliche Angriffe auf Nazi-Führer in SWA lancieren, untersagt die SWA Administration ihre weitere Verbreitung. Die bescheidenen Anti-Nazi-Aktivitäten sind nur ein Tropfen im Eimer, da geschätzt wird, dass mehr als 80% der Deutschen in SWA mit Adolf Hitler sympathisieren.
10.03. Der Administrator Conradie wird wieder mit der Frage einer Autonomie für die Baster-Gemeinschaft konfrontiert. Der südafrikanische Premierminister stellt daraufhin eine Zweimann-Kommission, die Geard and Allen Commission, an, um zu untersuchen, "ob die Baster fähig sind, sich selbst zu verwalten". Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall sei. Der südafrikanische Premierminister akzeptiert diese Schlussfolgerung, die aber von den Baster nie anerkannt wird.
28.03. "Weiße" Frauen bekommen das Wahlrecht.
17.04. Dreihundert südafrikanische Polizisten werden mit Maschinengewehren und leichten Panzern zusätzlich nach Südwestafrika geschickt, um deutsche anti-südafrikanische Aktivitäten zu kontrollieren.
01.06. Die Südwestafrikanische Polizei, die bis zu diesem Datum eine eigenständige Polizeimacht war, die administrativ und haushaltsmäßig der SWA Administration unterstand, wird aufgrund von Gesetz Nr. 19 von 1939 der Südafrikanischen Polizei (SAP) unterstellt.
Juli Eine Delegation der Südwestafrika Liga führt Besprechungen sowohl mit der Nationalen- als auch mit der Vereinigten Partei von Südafrika. Premierminister Malan weigert sich, die Delegierten zu treffen. Paul Sauer von der südafrikanischen Nationalen Partei informiert daraufhin die Liga, dass die Nationale Partei zwar die Eingliederung von SWA in die Union befürworte, aber "dafür keinen Krieg führen würde".
Nach einer Spaltung in der UNSWP wird die NPSWA neu konstituiert. Die NPSWA unterstützt eine Neutralität Südafrikas in dem heraufziehenden Konflikt zwischen Groß-Britannien und Deutschland. Dieser Standpunkt wird von den meisten Deutschen in SWA geteilt.
August Die Verwaltung des Ost-Caprivizipfels wird von dem südafrikanischen Departement für Eingeborenenangelegenheiten in Pretoria übernommen, während der westliche Teil des Caprivizipfels zusammen mit dem Mbukushugebiet vom Kommissar des Kavango administriert wird.
26.08. Es kommt zu neuen Konflikten zwischen der Otjiserandu und Hosea Kutako. Die SWA Administration verfügt, dass Otjiserandu-Mitglieder in Aminuis ausgewiesen werden. Als Otjiserandu-Mitglieder Nazi-Sympathien offenbaren und in der Öffentlichkeit Nazi-Symbole zeigen, wird der Okahandja-Marsch verboten.
September Der zweite Weltkrieg beginnt. Während J.B.M. Hertzog eine neutrale Haltung Südafrikas befürwortet, unterstützt Jan Christian Smuts, das neue südafrikanische Staatsoberhaupt, den Kriegseintritt auf der Seite Groß-Britanniens.
Südwestafrika spielt im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg keine direkte Rolle im Zweiten Weltkrieg. In den Jahren 1940 bis 1945 gibt es wenige politische und wirtschaftliche Entwicklungen.
Simon "Mzee" Kaukungua, der später (1957) einer der Gründungsmitglieder des Ovamboland People's Congress (OPC) (Ovamboland Volkskongress (OPC)), aus der dann 1960 die South West Africa People’s Organisation (SWAPO) hervorgeht, wird, verlässt das Land, um auf südafrikanischer Seite in Ägypten zu kämpfen.

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Simon "Mzee" Kaukungua: Eines der Gründungsmitglieder von SWAPO: August 2003
Copyright of Photo: Dr. Klaus Dierks

04.09. Das südafrikanische Parlament stimmt mit knapper Mehrheit gegen die Neutralität des Landes und tritt auf der Seite Groß-Britanniens in den Krieg gegen Deutschland ein.
18./19.09. Als Resultat der Kriegserklärung gegen das Deutsche Reich werden zahlreiche Deutsche in Südwestafrika interniert (im Gebäude der alten deutschen Funkstation in Windhoek, von den Internierten Klein-Danzig genannt) oder unter Haus- oder Farmarrest gestellt. Praktisch alle deutschen Organisationen werden aufgelöst, mit Ausnahme einiger unpolitischer Vereine wie der Deutschen Wohlfahrts-Gesellschaft.
09.10. Das Südafrikanische Verteidigungs Gesetz Nr. 13 von 1912 bekommt in SWA Rechtsgültigkeit.
Dezember Die Permanente Mandats-Kommission hält ihre 37. und letzte Sitzung ab. Der Völkerbund hört auf zu existieren.
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[Inhaltsverzeichnis]

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