1950iger Namibias einzigartige Salz-Kiesstraßen an der Atlantikküste werden entwickelt.
Seit den 50iger Jahren kommt es verstärkt zu Streitereien über Grund und Boden zwischen den Gemeinschaften der Fwe und der Subya im Ost-Caprivizipfel.
1950 Die Afrikanische Förderungsgesellschaft (AIS) gründet eine eigene Parteizeitung Ondjerera (Das Licht)(Redakteur: Desiderius Kukuri).
Deutsch wird als Unterrichtssprache wieder eingeführt.
E. Müller von der Allgemeinen Zeitung (AZ) wird von Karl Ferdinand Lempp abgelöst.
Es gibt landesweit 62 Telephon-Vermittlungszentralen mit insgesamt 1 033 Privat- und 2 467 Geschäftsanschlüssen, ferner 134 öffentliche Fernsprechzellen und 451 Farmleitungen.
Mai Es kommt zu Streiks von Ovambo-Kontraktarbeitern in Walvisbucht und Lüderitz.
Juni Übereinstimmung wird zwischen Portugal (Angola) und Nord-Rhodesien über die Position des Grenzpunktes zwischen den drei Ländern Südwestafrika, Angola und Nord-Rhodesien (heute Zambia) nahe dem Kwando erzielt.
11.07. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag gibt eine Rechtsmeinung ab, dass Südafrika nicht verpflichtet sei, einen Treuhandvertrag über die Verwaltung des Gebietes mit der UNO abzuschließen, da das Mandat immer noch in Kraft sei. Südafrika bekommt jedoch kein Recht, den Status von Südwestafrika zu ändern. Diese Rechtsmeinung wird von Südafrika nicht anerkannt. Die UNO Vollversammlung gründet aufgrund der UNO Resolution 449 A (V) ein Ad-Hoc-Komitee für Südwestafrika, um mit Südafrika über den Status von SWA zu verhandeln. Die Versammlung fordert wieder, SWA unter UNO Treuhandverwaltung zu stellen. Der Rechtsspruch des Internationalen Gerichtshofes motiviert die afrikanischen Führer in SWA, sich verstärkt gegen Südafrikas Versuche, das Gebiet ethnisch zu fragmentieren, zu wehren.
30.08. Die Wahl zur Gesetzgebenden Versammlung endet mit einem überwältigenden Sieg der NPSWA. Das führt zu einer Intensivierung der bisherigen Politik der "getrennten Entwicklung", der Apartheid, in SWA. Die verwischten Trennungslinien zwischen sogenannten armen "Weißen" und "Farbigen" führen zur Schaffung des Group Area Act, 1950, das gesetzlich getrennte Wohngebiete aufgrund rassischer Zugehörigkeit zur Folge hat.
Sechs Mitglieder der Gesetzgebenden Versammlung werden für das Unterhaus des südafrikanischen Parlaments gewählt.Die Reputation der Rheinischen Missionsgesellschaft leidet, als der Rheinische Ex-Präses Heinrich Vedder die Position eines Senators im SA-Senat für "Eingeborenen-Angelegenheiten" in SWA annimmt. In seiner Jungfernrede unterstützt er die Südafrikanische Apartheidspolitik: "Unsere Regierung in Südwest Afrika ist immer der Hüter eines großen Erbes gewesen. Von den frühesten Anfängen an hat die deutsche Regierung etwas eingeführt, das unglückseligerweise bis jetzt in Südafrika noch nicht Wirklichkeit geworden ist - nämlich die Apartheid".
23.09.-01.10. Die Apartheids-Frage ist das Haupt-Thema auf der Missionars-Konferenz in Windhoek. Missionar Otto Milk führt aus, dass die Apartheid "die getrennte Entwicklung der Eingeborenen in Übereinstimmung mit ihrem spezifischen Gruppen-Charakter" unterstützt.
Die Apartheid wird auch von der Finnischen Mission unterstützt: "Wir müssen ...die Apartheid im wahren Sinn des Wortes als positive Kraft sehen".
25.11. Eine Tagung zwischen der Rheinischen Missionsgesellschaft (Präses Diehl) und den Ovaherero-Gemeinden (Hosea Kutako) findet in Windhoek statt. Die Ovaherero haben hohe Erwartungen an das Treffen und hoffen, dass es die Zukunft der Ovaherero und aller Namibier ändern würde. Der Slogan der Zusammenkunft ist Ehi Retu (Unser Vaterland). Kutako erklärt, dass nach Ovaherero-Auffassung die Kirche als National-Kirche nicht getrennt von den Rechten des Volkes existieren könne. Die Rheinische Mission ist dagegen der Meinung, dass weltliche Politik nicht mit geistlichen Fragen vermischt werden dürften. Das würde das Ende der Missionsarbeit bedeuten.
1951 Das UNO Ad-Hoc-Komitee trifft sich zu einer Reihe von Verhandlungen mit Südafrika, um eine Lösung im Rechtsstreit über SWA zu finden. Südafrika dagegen bestreitet die Legitimität der UNO über das Gebiet. Südafrika macht stattdessen einen Vorschlag, den Rechtsstatus von SWA mit den USA, Groß-Britannien und Frankreich und nicht mehr mit der UNO zu besprechen. Das UNO Ad-Hoc-Komitee setzt ergebnislos seine Bemühungen in den Jahren 1952 und 1953 fort, eine Einigung mit Südafrika über SWA zu finden.
Ein Durchbruch ist erreicht, als die UN Vollversammlung namibische Führer einlädt, den Namibia-Fall vor der Vollversammlung in Paris zu repräsentieren. Die südafrikanischen Behörden weigern sich wieder den Namibiern,u.a. Hosea Kutako, Pässe auszustellen. Es ist wieder Michael Scott, der Namibias Interessen wahrnimmt.
SWA Administrator Petrus Imker Hoogenhout wird von Albertus Johannes Roux van Rhyn abgelöst.
Die Salzproduktion in der Panther-Beacon-Pfanne wird durch den wachsenden Industriebedarf in Südafrika stetig gesteigert. Salz wird jetzt auch exportiert. Die Salzgewinnung konzentriert sich, abgesehen von drei kleineren Pfannen an der Mündung des Kuiseb, auf die Pfannen zwischen Swakopmund und der Ugabmündung. Die Salzpfannen an der Ugabmündung produzieren bis 1958.
Lithium und Cäsium werden in der Rubikon-Mine südlich von Karibib gefördert.
Seit 1916 wurden in Windhoek 15 Meilen (25 km) asphaltierte Straßen gebaut.
Der Ovambanderuführer Nikanor Hoveka stirbt. Stephanus Hoveka wird sein Nachfolger.
04.08. Die Trollope-Dickinson Übereinkunft zwischen dem Magistrat für den Ost-Caprivizipfel, L. Trollope, und dem Distriktskommissar von Kasane in Britisch-Bechuanaland, V.E. Dickinson, befestigen den Status-Quo auf der Insel Kasikili. Die Insel darf weiterhin von den Subya im Ost-Caprivizipfel kultiviert werden.
17.11. In Omaruru wird der Grundstein für die deutsche Kreuzkirche gelegt.
24.12. Augus Gariseb schickt eine Petition an die Vereinten Nationen, in der er sich gegen die von Hosea Kutako initiierten Petitionen beschwert: Die Dama hätten ältere Anrechte auf SWA, in das die Ovaherero eingedrungen wären und die Dama unterjocht hätten.
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