1852 Jonker Afrikaner, der fest entschlossen ist, alle Europäer, die die Ovaherero mit Waffen versorgen könnten, vom Hereroland und Ovamboland fernzuhalten, greift Tjamuaha und Maharero in Otjosemba an. Sogar Hahn verliert dabei sein Vieh. Danach zieht Jonker nach Omambonde und dem Omuramba Omatako (Khoekhoegowab: ||Khuob), an den Omatakobergen ( #Hakha), und greift Otjihinamaparero und die Gemeinschaft von Führer Katjikurure an. Jonker dehnt seine Angriffe bis in das Ondongagebiet im Ovamboland aus.
22.07. Der Rheinische Missionar Matthäus Gorth reist in den Süden, um die Missionsstation Bethanien zu übernehmen.
27.10. Gorth kommt in Goais bei Bethanien an. Dort stirbt er am 05.01.1853.

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Bethanien: Rheinischer Missions-Friedhof: Matthäus Gorth: starb am 05.01.1853: #Goais (Grootfontein-Süd)
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1853 ||Oaseb siedelt, auf Bestreben des Missionars Vollmer, wieder in Hoachanas (!Hoaxa!nâs), dem Kai||khaun-Hauptquartier. Viele seiner Anhänger weigern sich, ihre Stammplätze am Schaffluss (Kubakop-Fluss) aufzugeben und wieder zusammen mit einem Missionar zu leben.
Die Missionare Kleinschmidt und Vollmer vollenden die biblische Geschichte in der Namasprache.
Der Rheinische Missionar Heinrich Schöneberg arbeitet in Otjikango, wird aber von Jonker Afrikaner ausgewiesen.
Verursacht durch Jonkers wachsenden Widerstand gegen die Rheinischen Missionare, verlässt Hahn das Hereroland und kehrt nach Kapstadt und von dort für zwei Jahre nach Europa zurück.
Der Rheinische Missionar Friedrich Simon Eggert beginnt seine Missionsarbeit in Berseba, Rehoboth, Naosanabis (heute Leonardville), Gobabis (Gobabis heißt in Nama: "Platz, wo das Volk beratschlagt", auch als Elephantenquelle bezeichnet, wird von den Ovaherero Epako genannt). Er arbeitet auch in der Station Rooibank.
Charles John Andersson und Francis Galton erreichen den Ngamisee im heutigen Botswana. Sie werden von einem örtlichen Führer aus dem Bechuanaland, Jonathan Afrika, begleitet.
Der Witbooi-Nama Jesaias Witbooi wird in Pella (?) in Südafrika geboren.
23.05 Der Rheinische Missionar Franz Heinrich Vollmer gründet eine Missionsstation in Hoachanas, wo er bis zum 03.02.1867 wirkt, als die Station durch die Ereignisse des Ovaherero-Nama-Krieges der 1860iger aufgegeben werden muss. Sein Nachfolger wird Eduard Heider am 27.06.1874, der vorher in Berseba wirkte. 1881 muss die Missionsstation Hoachanas erneut durch den Ausbruch des neuen Ovaherero-Nama-Krieges aufgegeben werden. Missionar Heider stirbt in Hoachanas am 16.06.1881 und ist dort begraben.
1854 Jonker Afrikaner siedelt bei Tjamuahas Siedlung in Okahandja, um die Ovaherero besser zu kontrollieren. An dieser Stelle baut im Jahre 1875 die Rheinische Missionsgesellschaft
eine Kirche. Jonkers Überfälle auf das Hereroland führen zur Flucht vieler Ovaherero
von Plätzen wie Otjitambi und Otavi in das Kaokoveld. ||Oaseb von den Kai||khaun greift Jonker Afrikaner an, der kurz zuvor die Topnaar-Nama (#Aonin), die unter ||Oasebs Schutz standen, angegriffen hatte.
Die Topnaar unter dem Kommando von Gruppenführer Piet ||Haibeb (Piet Haibib) (Vorgänger ist Führer Khaxab) sind unter sich zerstritten. Einige haben sich bei Jonker angeschlossen, andere bei den Swartboois, andere bleiben in ihrer angestammten Heimat bei Walvisbucht (Rooibank) oder weichen in unwegsame Gebiete wie die Erongoberge, das Kaokoveld oder die Umgebung von Franzfontein aus.
Willem Swartbooi (!Huiseb #Haobemab) plant einen Überfall auf Jonker, wird aber von Missionar Kleinschmidt davon abgehalten, nicht aus moralischen Gründen, sondern aus Mangel an Munition. Dieses Verhalten beweist die doppelte Moral der Missionare: ein Überfall auf Jonker, der als Feind der Rheinischen Missionsgesellschaft angesehen wird, ist nicht unmoralisch, während Jonkers Überfälle auf andere scharf von der Mission verurteilt werden.
Hermann Heinrich Kreft, Rheinischer Missionar von Bethanien, schreibt, dass Krönlein und er die Übersetzung von Luthers Katechismus in die Namasprache fertiggestellt hätten.
Der schwedische Forscher Johann August Wahlberg kommt in Walvisbucht an. Er reist und forscht fast ein Jahr, ehe er von einem Elefanten zu Tode getrampelt wird.
Mitte1850iger Das südliche Namibia wird von einer ernsten Pockenepidemie heimgesucht (bis in die frühen 1860iger Jahre). Später kommt die Rinderpest hinzu. Diese beiden Epidemien tragen zum Untergang der Orlam-Macht in Namibia bei.
Die Witbooi-Nama (|Khowesin) unter der Führung von Kido Witbooi oder #A-||êib ziehen von Pella (Südafrika) nach Gibeon (Khaxa-tsûs), wo sie sich zusammen mit Missionar Jacob Knauer 1863 niederlassen.
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[Inhaltsverzeichnis]

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