1881




Das deutsche Innenministerium stellt Gelder zur Verfügung, um eine Expedition auszurüsten, die nach Mineralien in Südwestafrika suchen soll.
Der österreichische Forschungsreisende Emil Holub besucht die Gebiete zwischen dem Chobe und dem Zambezi, im heutigen Caprivizipfel.
Der Rheinische Missionar Böhm missioniert unter den Topnaar in Walvisbucht und Rooibank (bis 1904).
Missionar Schröder arbeitet in Warmbad, bis er 1883 nach Komaggas in Südafrika versetzt wird. Seine Nachfolger sind Heinrich Pabst (1883-1884), Carl Wandres (1885-1899), W. Kronsbein (1899-1900), R. Möller (1900-1903), H. Nyhoff (1906-1936), A. Rethemeyer (1937-1946), F. Rust (1946-1947) und W. Neumeister (1947-1955).
Die Dorslandtrekker kreuzen den Kunene bei Swartbooisdrift und ziehen weiter nach Angola. In Humpata und Neves schließen sich Tom Bechuana und Vita Tom den Dorslandtrekkern an.

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Dorslandtrekker-Monument und Grab bei Swartbooisdrift im Kaokoveld, September 2004
Copyright of Photos: Dr. Klaus Dierks

Die letzten Elefanten werden von europäischen Jägern in der Etoschapfanne erlegt. Es dauert 70 Jahre bis die Elefanten-Population wieder ihre Zahlen von vor 1880 erreicht.
Die Römisch-Katholische Missionsstation Omaruru wird erneut aufgegeben.

04.03. Es erfolgt die Kriegserklärung von Moses Witbooi an Maharero.
26.03. Jan Jonker Afrikaner schlägt Riarua vor, dass er Maharero töten müsse, um den Frieden wiederherzustellen. Riarua lehnt dies ab und Jan Jonker flieht erst nach Tsebris und später zum Gamsberg (2 347 m)(Khoekhoegowab-Sprache (Nama/Dama): #Gans(berg), was Blocksberg bedeutet).
01.04. Otjimbingwe wird von Abraham Swartbooi angegriffen, nachdem die ||Khau-|gõan (oder Swartbooi) sogar Walvisbucht bedroht haben. Vieh, das den europäischen Händlern Johann Wilhelm Redecker, Johann Carl Eduard Hälbich und anderen gehört, wird von Swartbooi weggetrieben. In Verfolgung von Swartbooi bedrohen die Ovaherero auch Walvisbucht. Dadurch werden Magistrat Musgrave und die meisten Europäer gezwungen, Walvisbucht zu verlassen und nach Kapstadt zu fliehen.
15.11.
Die Regierung der Kapkolonie entscheidet, den früheren Rheinischen Missionar Carl Hugo Hahn in das Hereroland zu schicken.
22./23.11. In der Schlacht von Osona zwischen den Ovaherero und den Nama unter Witbooi und Jan Jonker Afrikaner werden die Nama geschlagen. Witbooi entkommt nach Gibeon, Jan Jonker zum Gamsberg.
1882
König Mweshipandeka sha Shaningika vom Uukwanyamagebiet stirbt. Sein Nachfolger wird König Namadi ya Mweihanyeka (1882-1884).
Axel Eriksson überquert den Kunene und zieht nach Angola weiter.
In Deutschland wird von Fürst Hermann zu Hohenlohe-Langenburg der Deutsche Kolonialverein gegründet. Der Verein soll den Gedanken deutscher Überseekolonien vorantreiben. Dahinter steht der Gedanke, Patriotismus, nationale Einheit und Pan-Germanismus zu fördern. Kolonien sollen aber auch von innerdeutschen sozialen und wirtschaftlichen Problemen ablenken.
Februar Carl Hugo Hahn kommt in Walvisbucht an, um für die Kapregierung im Konflikt zu vermitteln und die Bedrohung von Walvisbucht zu beenden.
15.02. Missionar Heidmann vermittelt einen Friedensvertrag zwischen Maharero und Hermanus van Wyk von Rehoboth. Heidmann findet bei seiner Rückkehr nach Rehoboth die Rheinischen Missionare Krönlein und Hegner vor. Krönlein war bereits von der Rheinischen Missionsgesellschaft beauftragt worden, einen Friedensvertrag zwischen den Ovaherero und den verschiedenen Nama-Gemeinschaften zu vermitteln.
03.03. Hahn verhandelt einen Sonderfrieden mit Abraham Swartbooi und Maharero. Die ||Khau-|gõan oder Swartboois ziehen nach Franzfontein.
13.06. Zusammen mit den Ovaherero schließen die Rheinischen Missionare Diehl, Krönlein und Eich Frieden mit den meisten Nama-Gemeinschaften (Jakobus Isaak von Berseba, Manasse !Noreseb von Hoachanas und Hendrik Windstaan (auch Kol genannt) von den Groot Doden).
Moses Witbooi und Jan Jonker Afrikaner, die systematisch ihren politischen Einfluss verlieren, nehmen an den Verhandlungen nicht teil. Die Frage der Südgrenze des Hererolandes wird jedoch nicht angesprochen.
16.11.
Der Bremer Kaufmann Franz Adolf Eduard Lüderitz plant, eine Handelsstation an Afrikas Südwestküste zu errichten und ersucht Reichskanzler Bismarck um offiziellen Schutz. Bismarck stimmt unter der Voraussetzung zu, dass Lüderitz nicht die territorialen Rechte anderer Parteien verletze.
Ende 1882 Jan Jonker Afrikaner greift zusammen mit den Groot Doden und Abraham Swartbooi Rehoboth an. Swartbooi wird in dem Gefecht verwundet und stirbt später in Bethanien an den Folgen der Verwundung.
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[Inhaltsverzeichnis]

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