1937 Die Volkszählung für dieses Jahr ergibt: 330 000 "schwarze" sowie 18 128 afrikaans-, 9 632 deutsch- und 2 395 englischsprachige "weiße" Einwohner.
Die südafrikanische Politik von "Eingeborenenreservaten" wird durch die Proklamation Nr. 32 von 1937, mit allen finanziellen Maßregeln wie im Falle des Ovambolandes und "im Interesse und unter Wahrung der Wohlfahrt der Eingeborenenstämme und wie vom Administrator verfügt", auch auf das "Okavango-Eingeborenengebiet" ausgedehnt.
Der Ovamboführer in Lüderitz Thomas Ndili protestiert gegen die Anwendung von Proklamation Nr. 29 von 1935. Daraufhin wird er von der SWA Administration als "Agitator" in das Ovamboland deportiert.
19.03. Die UNSWP bringt auf einem Sonder-Parteikongress ihre Enttäuschung über die Reaktion der südafrikanischen Regierung zum Bericht der Van Zyl Kommission zum Ausdruck.
22.06. Der Kaokoland-Gruppenführer Vita Tom stirbt bei Okahao (Ongandjeragebiet). Sein Nachfolger wird Moses Ndjai von Okorosave.
24.06. Der Deutsche Südwest Bund (DSWB) wird gegründet, um das Vakuum des gescheiterten Deutschen Bundes und anderer deutscher Organisationen zu füllen. Initiatoren sind, u.a., John Meinert, Wilhelm Buthut, E. Sander und Hans Hirsekorn. Es gibt ständige interne Konflikte in der Führung der deutschen Gruppe, so gibt es zwischen 1934 und 1938 nicht weniger als fünf deutsche Gruppenführer: Albert Voigts, Wilhelm Schwietering, M Neuendorf, Hans Hirsekorn und Ernst Dressel.
27.06. Die Deutsche Front wird aufgelöst.
01.07. Proklamation Nr. 51 von 1937 untersagt es Ausländern in SWA, Mitglieder in politischen Parteien zu sein. Der Deutsche Bund, die UNSWP und die Wirtschafts-Partei sind offiziell anerkannte politische Parteien.
Oktober Der Transvaal-Parteikongress der Südafrikanischen Nationalen Partei beschließt, dass die südafrikanische Regierung Südwestafrika nicht ohne deutsche Unterstützung verwalten könne.
1938 Simon Boois (Simon Frederiks oder !Hanamub #Naoxamab) wird der neue Führer der Bethanien-Nama (bis 1977).
Die Kupfermine wird in Tsumeb wiedereröffnet. Sie schließt bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erneut.
Kupfer wird auch wieder in der Sinclair-Mine im Süden des Gebietes gefördert.
06.02. Ähnlich der Otjiserandu (Rote-Truppen-Organisation oder "Truppenspieler") der Ovaherero und der Green Band-Organisation der Dama formen die Ovambo eine Truppenspieler-Organisation. Die "Truppenspieler" halten ab 1938 jährliche Gedenkfeiern zum Tode von König Mandume ya Ndemufayo ab. Diese Gedenkfeiern finden am kolonialen Mandume-Schlacht-Gedenkstein am Windhoeker Bahnhof statt.
07.04. Die deutschsprachigen Mitglieder der Gesetzgebenden Versammlung fordern eine verbesserte Gesetzgebung über die Naturalisierung und die Einführung von Deutsch als dritte Amtssprache.
08.08. Nachdem die SWA Administration drei offizielle Untersuchungen gegen Diederik Ruben Goliath durchgeführt hatte, organisiert sie eine "Stammeskonferenz" in Berseba, die am Ende zu seiner Absetzung führt. Der Grund ist die fortwährende Opposition Goliaths gegen die südafrikanische Reservatspolitik. Der Konflikt wird noch durch den Familiengegensatz der beiden mächtigen Clans in Berseba, des Goliath- und des Isaak-Clans und der Opposition des Gegenkandidaten, Edward Isaak, verschärft. Diederik Ruben Goliath wird aus Berseba verbannt und muss ins Exil nach Hoachanas gehen. An Goliaths Stelle werden zwei Unterführer, die beide Familien repräsentieren sollen, eingesetzt. So erreicht es die südafrikanische Verwaltung, dass ihre Reservatspolitik jetzt auch in Berseba respektiert wird. Edward Isaak weigert sich jedoch, als Unterführer angestellt zu werden. Sein gleichnamiger Sohn wird an dessen Stelle angestellt. Der Goliath-Clan wird durch David Vries vertreten.
04.11. Die Pro-Unions Fraktion in der UNSWP formt die Südwestafrika Liga (South West Africa League). Sie nominiert Oberst Hamman, L. Taljaard und John Dermot Lardner-Burke, um die Liga auf der Konferenz in Bulawayo zu vertreten. Dort wird beschlossen, allen deutschen kolonialen Forderungen auf Einverleibung von SWA in das Deutsche Reich entgegenzutreten und SWA für immer im britischen Reich zu belassen.
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